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meisten derselben sind ferner blos den gewöhnlichen Hauptstrassen gefolgt; was sie ausser dem auf diesen Beobachteten mittheilen, beruht auf eingezogenen Erkundigungen, die sich zum Theil sehr Widersprechen. Am vielfachsten hat unter ihnen Leake Thessalien durchwandert, und seine Mittheilungen, so kurz sie auch sind, so wenig sie auch die für die Configuration des Ganzen wichtigsten Punkte hervorheben, zeichnen sich nicht allein durch Klarheit und Präcision aus, sondern sie machen auch schon an und für sich den entschiedenen Eindruck der Zuverlässigkeit. Anders verhält es sich mit demjenigen von den übrigen Reisenden, welcher am berühmtesten geworden ist. mit Pouqueville. Seine Mittheilungen sind ausführlich in Hinsicht auf die historische Seite der Lokalitäten und auf Anderes, was man bequemer und besser aus den Schätzen unserer Bibliotheken schöpfen kann; um so kürzer sind sie dagegen in Betreff dessen, worüber die Au- topsie des Reisenden die beste Auskunft zu geben vermöchte, und sie leiden ausserdem noch zum Theil an einer Unzuverlässigkeit, die man mitunter sogar aus ihnen selbst nachweisen kann.
Nach dem so eben angegebenen Stande der Geographie von Thessalien war es, wie man sieht, für mich unmöglich, blos die Resultate meiner Forschungen und Studien vorzulegen; ich musste vielmehr zugleich einen Theil von diesen selbst hier mittheilen. Dadurch wird allerdings die vorliegende Abhandlung ausgedehnter, und die Durchlesung derselben schwieriger und mehr Zeit raubend, als ich wünschte. Namentlich wird man den sterilen Abschnitt über die Nebenflüsse des Peneus mit einem anderen als rein gelehrten Interesse nicht wohl durchlesen können. Allein es gilt die Aufhellung eines wichtigen Theiles der antiken Geographie, welcher noch in Dunkel gehüllt ist, und diese Wissenschaft kann durchaus nur vermittelst gründlicher Untersuchung und sicherer Feststellung der einzelnen Gegenstände wesentlich gefördert werden. Erst wenn ein grosser Theil der Länder, Gebirge und Flüsse des von der alten Geographie behandelten Gebietes sorgfältig untersucht und mit Zuverlässigkeit dargestellt ist, kann diese selbst als Ganzes weiter gefördert werden. Dieser Gedanke hat mich ebenso bewogen, die vorliegende Abhandlung nie- derzuschreiben, wie er früher meine Schrift über das Tempe veranlasst hat.
2. Ausdehnung und Grösse der Ebene.
Den Umkreis der thessalischen Ebene hat nach Strabo(9. p. 443.) Hieronymus berechnet, leider aber zugleich mit dem Umkreise von Magnesien in eine einzige Zahl gebracht, so dass uns seine Angabe, der Umkreis dieser beiden an einander stossenden Länder zusammen betrage 3000 Stadien(also etwa 75 geographische Meilen), zu nichts dienen kann. In neuerer Zeit ist eine wirkliche Berechnung niemals gemacht worden; und es lässt sich nicht einmal aus der Zu- sammenstellung der Entfernungen einzelner Orte von einander ein nur einigermassen brauch- bares Resultat ermitteln, weil wir die Grenzlinie der Ebene blos mit Unterbrechungen kennen. Hierin zeigt sich die schon berührte Unvollständigkeit und Ungenügendheit der Reiseberichte. Mit Ausnahme Leake’s haben die Reisenden kaum zwei bis drei Grenzpunkte genau angegeben, und doch wäre dies zur Herstellung einer guten Karte höchst erforderlich gewesen; Leake's Angaben aber beziehen sich keineswegs auf den ganzen Fortlauf der Grenzlinie. Wir müssen uns also mit den wenigen Angaben begnügen, die sich in den Reiseberichten über die Länge und Breite einzelner Theile der Ebene finden.
Leake(IV, 474) hat auf dem Wege von Velestino nach Fersala eine Beobachtung gemacht, nach welcher die Stadt Stagus Kalabak(am oberen Peneus), der Hügel von Vlokho(weiter ab- wärts nahe demselben Flusse), das westliche Ende eines Mavrovuni genannten, etwa in der Mitte


