Aufsatz 
Einige Ideen über die bei formeller Geistesbildung zu beobachtende Harmonie
Entstehung
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Das Ziel des Meuſchen iſt abſolute Vollkommenheit, ſomit ſeine Beſtimmung unendliche Vervollkommnung. Setzen wir nun ſeine Beſtimmung in der Geſell⸗ ſchaft als: eigne Vervollkommnung durch die frei benutzte Einwirkung anderer auf ſich ſelbſt, und Vervollkommnung anderer, durch Rückwirkung auf ſie, als freie Weſen; ſo iſt die des Gelehrten in der Geſellſchaft im Allgemeinen: Auf; ſicht über den wirklichen Fortgang des Menſchengeſchlechtes und unmittelbarere Förderung deſſelben. Demzufolge ergibt ſich der Zweck der Erziehung zum Ge lehrten, in ſeinem Verhältniß zu dem Höheren der Erziehung zum Menſchen als: Entwicketung und Ausbildung der Anlagen des Menſchen, vermöge welcher er fähig wird, die Aufſicht und das Geſchäft der unmittelbareren Förderung des Fortganges der Menſchheit zu übernehmen*). 3

Dieſe Erziehung zum Gelehrten zu vermitteln iſt vorzugsweiſe der Zweck der Pädagogien und Gymnaſien. Durch dieſen ihren beſonderen Zweck aber, iſt keineswegs der höhere der Erziehung zum Menſchen überhaupt von ihnen ansgeſchloſſen, vielmehr iſt ihnen in der neuen vollkommenern Einrichtung der vaterläudiſchen Anſtalten, und in der auf denſelben vorgeſchriebenen Methode, eine vorzügliche Rückſicht gewidmet worden. Univerſelle, harmoniſche Entwicke⸗ lung, Erziehung des Menſchen zur Humanität, iſt die große Aufgabe dieſer An⸗ ſtalten. Die Pädagogialbildung namentlich ſchließt ſich hier enge an die häus⸗ liche Erziehung an, gleichſam als Fortſetzung derſelben in einem zweiten Bil⸗

*) Vergl. Fichte über die Beſtimmung des Menſchen. Derſelbe über die Beſtimmung des Gelehrten. Seite 83. Derſelbe über das Weſen des Gelehrten. 1*