10 Dritte Lehrer, Praeceptores tertii.
Schonenbach 1553. Ein Sohn des Johann Schonenbach, Pfarrers zu Haiger, er bezog jaͤhrlich 38 Gulden Beſoldung. Matthias Fleis⸗ pach 1587. Johann Hof 1589. Er hatte jaͤhrlich 28 Gulden Beſoldung, heirathete 1590. Seine Frau wurde als Lehrerin bey der hieſigen Toͤchterſchule angeſtellt. Ihr Mann kommt als Mitlehrer an dem Paͤdagog zu Siegen, 1594, vor. Artus Vigelius 16593. Derſelbe begab ſich 1594, nach Zuͤrch, wo er ſtudirte und ſich niederließ. Nicol Kahel 1595. Jacob Knoöͤll 1593. Johannes Fink, ein Dillenburger, 1608— 1611. Er kam als Kapellan nach Herborn. Bernhard Rhoding 1611— 1614. Der Sohn des Dillen⸗ burger Pfarrers Bartholomaͤus Rhoding, zog von hier, als Kapellan, nach Rennerod. Johannes Mayer, wurde eingeſetzt vom blinden Inſpector Hermanni, den 2ten Juny 1613.
Damals brach der dreyſigjaͤhrige Krieg aus, waͤhrend deſſen die Graf⸗ ſchaft ſehr durch Erpreſſungen und Verherungen litte; deswegen ging dieſe Stelle ein und wurde erſt, nach etwa 150 Jahren wieder beſetzt. 10)
§. 3. Lehrgegenſtände und Lehrart.
Es iſt wohl nicht unpaſſend, nach dieſer Schilderung des aͤußeren Zu⸗ ſtandes der hieſigen lateiniſchen Schule, uͤber den Geiſt und die Culturſtufe die— ſer Anſtalt, an dieſem Orte einige Aufſchluͤſſe zu geben.
3 Hier und in mehreren Staͤdten dieſer Grafſchaft, wo ſich lateiniſche Schulen befanden, verdienten ſie, ſeit ihrer Gruͤndung bis in das 17te Jahr⸗ hundert hinein, dieſen Namen. Auſſer dieſer Sprache wurde nur die griechiſche Grammatik woͤchentlich viermal eingeuͤbt und Woͤrter flectirt, zuweilen wurde ein Exercitium gemacht. Im lateiniſchen Unterrichte brauchte man gewoͤhnlich
10) Die Jahre 1624, 1626, 1634, 1635, 1639, 1649 waren die drückendſten. M. ſ. d. Dillenburger Int. Nachr. Jahrgang 1778 u. d. a.


