Von den Kerzen und Lampen, populär dargeſtellt von Dr. G. Krebs.
(Hierzu eine Figurentafel.)
I. Von der Verbrennung.
Unter Verbrennung verſteht man im gewöhnlichen Leben den Vorgang, bei welchem ein Körper unter Licht und Wärmeentwickelung allmählig verzehrt wird. Dieſes Verzehrtwerden, dieſes Verſchwinden iſt indeſſen nur ſcheinbar, denn es entſtehen aus dem urſprünglichen Körper eine An⸗ zahl neuer, welche zuſammen ſogar mehr wiegen als er ſelbſt. Die Aſche und der aufſteigende Rauch wiegen mehr als das Holz, aus dem ſie entſtanden ſind.
Ebenſo iſt es, wenn Terpentinöl, oder Goldblatt im Chlorgas und Kupfer im Schwefeldampf verbrennt.
Jede Verbrennung eines Körpers beruht nämlich auf einer Verbindung desſelben mit einem andern, ſei es nun, daß das Gold mit dem Chlor, oder das Kupfer mit dem Schwefel ſich verei⸗ nigt, oder die Beſtandtheile des Holzes den Sauerſtoff der Luft an ſich ziehen, woraus ſich denn auch die Gewichtszunahme ohne weiteres erklärt.
Bei allen im gewöhnlichen Leben vorkommenden Verbrennungen iſt es der Sauerſtoff der Luft, welcher dieſelben unterhält, indem er mit den Körpern ſelbſt, oder deren Beſtandtheilen neue chemiſche Verbindungen eingeht, welche den Namen Verbrennungsprodukte führen. Er macht ungefähr den fünften Theil der Luft aus, welche als andern Gemengtheil den Stickſtoff enthält, ein Gas, in welchem brennende Körper erlöſchen; es iſt dem Sauerſtoff als Verdünnungsmittel beige⸗ geben, da dieſer in reinem Zuſtande mit einer Heftigkeit wirkt, welche für die gewöhnlichen Zwecke eher ſchädlich als nützlich wäre. 1 1
Zur genaueren Erklärung des Verbrennungsprozeſſes nun iſt es nothwendig auf ein allgemeines Geſetz der Chemie hinzuweiſen, welches beſagt, daß immer, wenn Körper ſich mit einander ver⸗ binden, Wärme entſteht, was man auch ſogleich beſtätigt findet, wenn man Waſſer über gebrannten Kalk, oder in Schwefelſäure gießt.
Verdanken wir doch auch unſere Körperwärme großentheils einer chemiſchen Action, indem nämlich der Sauerſtoff der eingeathmeten Luft die Beſtandtheile des Blutes angreift und mit ihnen Kohlenſäure und Waſſer erzeugt.
Die bei den genannten Prozeſſen auftretende Temperaturerhöhung iſt indeſſen nicht ſo groß, daß die Körper ins Glühen gerathen und dadurch Licht verbreiten. Läßt man aber gasförmigen Phosphorwaſſerſtoff frei in die Luft ſtrömen, ſo verbinden ſich ſeine Beſtandtheile ſogleich mit dem
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