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Alle waren voller Freude, Leonore und Ferdinand fühlten sich durch gegen- seitige Liebe glücklich, und der Eremit blieb im Walde, so sehr ihm auch alle zuredeten, zur Welt zurückzukehren.“—
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass in der Tieck’schen Darstellung die Gräfin oder„Prinzessin“ von Tripolis ungenannt bleibt; wie ja auch die alte Biographie nur eine„comtessa de Tripol“ kennt. Mit Melissindel) wurde diese Gräfin in Deutschland erst durch Fr. Diez identifiziert (1829), der ebenso wie Heinrich Döring*) den Franzosen Fonce- magne und Paulmy folgte, die ihrerseits schon 1774 in Millots oben(S. 48) genanntem Geschichtswerk— wie es scheint, als die ersten— eine solche Vermutung ausgesprochen und begründet haben. Offenbar hat Tieck diese(Diez und Döring) nicht benutzt; dagegen war ihm wohl Uhlands Gedicht vor Augen gekommen und vielleicht auch dessen Quelle, ein Artikel in der Zeitschrift „Iris“(Siehe w. u. S. 56). Nichts begreiflicher, als dass ihm beim Lesen sein Sternbald bezw. Ferdinand einfiel, und recht wahrscheinlich, dass er damals schon die einzufügende Szene entwarf, die dann erst 1843 ihre Auferstehung erlebte.
Etwa um diese Zeit mag auch Heinrich Heine mit dem Stoff bekannt geworden sein. Bei ihm herrscht kein Zweifel über den Namen der Graäfin, der ihm gewiss mit der Geschichte aus französischer Quelle zugeflossen war. Dass ihn die Erzählung fesselte, ergiebt sich aus der Tatsache der zweimaligen Ver- wendung im Romanzero(erschienen Hamburg 1851). Zunächst haben wir es nur mit der einen zu tun, mit der Stelle nämlich, wo„Messer Geoffroy Rudellos“ Liebe zur schönen„Melisande,
¹) Vielleicht ist manchem der Stammbaum der historischen Melissinde und ihres„Prince lointain“ willkommen. Für den ersteren sind verschiedene Quellen, bes. Stimming, benutzt; in Bezug auf Rudel folge ich in der Haupt- sache mit Gaston Paris(l. c. S. 227) der„Histoire généalogique et héraldique des pairs de France“ Bd. V(Paris 1825). Siehe folgende Seite.
¹²) Vgl. den Artikel Jaufre Rudel in Ersch und Grubers Allgemeiner Enecyclopädie II. 14(1837), S. 565 ff.„Hinsichtlich der Gräfin von Tripolis hat die Annahme viel Wahrscheinlichkeit, dass es Melissinde, die Tochter des Grafen Raimund I., gewesen.“


