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Vormündern der Schüler auf ihr Verlangen solche in dem Falle zurückgegeben werden können, dass eine missbräuchliche Benutzung derselben nicht zu befürchten ist.
15. Unter dem 20. Juli verfügt das Königliche Provinzial-Schulcollegium, dass die bisher für Vermehrung der Lehrer- und Schülerbibliothek verwendeten Zeugnissge- bühren fernerhin als ein Bestandtheil der etatsmässigen Einnahme der betreffen den Anstalt anzusehen seien, da für Ausstattung der Bibliothek so beträchtliche Beträge vor- gesehen seien, dass weitere ausserordentliche Zuwendungen zu diesem Zwecke nicht für nothwendig erachtet werden können.
III. Chronik des Gymnasiums.
Nachdem Samstag den 10. Ootober v. J. die Prüfung der neu angemeldeten Schüler stattgefunden hatte und von denselben 11 der VI, 3 der V, 2 der IV, 1 der IIIb., 2 der IIb., 2 der IIa, 1 der Ib zugewiesen waren, wurde das neue Schuljahr am 12. October um 8 Uhr morgens mit feierlichem Gottesdienst für die katholischen wie für die evange- lischen Schüler eröffnet, worauf um 10 Uhr der Director den Gymuasiallehrer Krämer, der an die Stelle des in die 3. ordentliche Lehrerstelle am Gymnasium zu Hanau beför- derten Gymnasiallehrers Ricker durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schuleolle- giums vom 17. August v. J. vom Gymnasium zu Fulda als 6. ordentlicher Lehrer an die hiesige Anstalt versetat war, in der Aula des Gymnasiums vor versammelten Lehrern und Schülern mit einer Ansprache in seinen neuen Wirkungskreis einführte. An diesen Akt schloss sich die Verlesung der Schüler und die Einschärfung der wichtigeren Disoiplinar- gesctze. Um 11 Uhr begaben sich die Schüler zur Eröffnung des Unterrichts in ihre Classen.
Christian Ernst Krämer, geboren zu Weilburg am 9. August 1839, wurde auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt vorgebildet, widmete sich dann 4 Jahre lang theils in Greifswald, theils in Berlin, theils in Bonn und Giessen den Universitätstudien und bestand nach mehrjährigem Aufenthalt in der Schweiz und in Italien im Anfange des Jahres 1866 zu Wiesbaden die Prüfung für das höhere Lehramt, worauf er bis zum Ende des Jahres 1868 theils am Realgymnasium zu Wiesbaden, theils in Geisenheim als Colla- borator beschäftigt war. Dann führte derselbe das ihm angetragene Rectorat einer höhern Genossenschafts-Privatschule zu Höhr(Amts Montabaur), bis er Ostern 1871 dem Gym- nasium zu Fulda als Hülfslehrer zugewiesen wurde, wo er im Herbst desselben Jahres als ordentlicher Lehrer Anstéllung erbielt und später auch das Amt des Rendanten der Gymnasialkasse verwaltete, welches er auch an der hiesigen Anstalt führt.
Der Unterricht erlitt während des verflossenen Schuljahres durch Erkrankungen im Lehrercollegium mehrfache Störungen. Im Anfange des November erkrankte der Gym- nasiallehrer Krümer und wurde während einer Woche durch Mitglieder des Lehrcollegiums vertreten. Auch der Oberlehrer Dr. Deutschmann und der Gymnasiallehrer Westenberger mussten während des Winters wiederholt an einzelnen Tagen wegen Kränklichkeit den Unterricht aussetzen. Am 21. December wurde der Elementarlehrer Decku durch ernste Erkrankung genöthigt, seinen Unterricht für längere Zeit zu unterbrechen. Da die Schreib-


