Aufsatz 
Ort und Zeit der Abfassung der Astronomica des Manilius
Entstehung
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Ort und Zeit der Abfassung der Astronomica des Manilius.

Von A. Kraemer.

O nimmer will ich seinen Glauben schelten

An der Gestirne, an der Geister Macht

Die himmlischen Gestirne machen nicht

Bloß Tag und Nacht, Frühling und Sommer nicht Dem Säãmann bloß bezeichnen sie die Zeiten

Der Aussaat und der Ernte. Auch des Menschen Tun Ist eine Aussaat von Verhängnissen

Gestreuet in der Zukunft dunkles Land,

Den Schicksalsmächten hoffend übergeben

Da tut es not, die Saatzeit zu erkunden,

Die rechte Sternenstunde auszulesen,

Des Himmels Häuser forschend zu durchspüren.

Schiller, Wallenstein Erstes Kapitel.

Die Astronomica sind in Rom geschrieben.

Nichts in der Welt ist unbedeutend. Das Erste aber und Hauptsächlfchste Bei allem ird'schen Ding ist Ort und Stunde.

Schiller, Wallenstein

Über die Zeit der Abfassung der fünf Bücher Astronomica, die uns aus dem Altertum erhalten sind, gehen die Ansichten der Forscher noch immer auseinander. Desgleichen hat man über die Herkunft des Dichters¹) verschiedene Vermutungen aufgestellt.

Bei jeglichem Mangel an Nachrichten über die Heimat des Dichters das Werk selbst enthält keine Angabe darüber ist es vielleicht besser, die Frage etwas anders zu stellen und zu untersuchen, wo die fünf Bücher Astronomica verfaßt worden sind: diese Aufgabe können wir mit den vorhandenen Mitteln lösen.

Die einzige Stelle, an der der Dichter mit seiner Persönlichkeit hervortritt, frndet sich im ersten Buche(V. 104 ff):

Eripuitque Jovi fulmen viresque tonandi ²)

Et sonitum ventis concessit, nubibus ignem. Quae postquam in proprias deduxit singula causas Vicinam ex alto mundi cognoscere molem Intendit, totumque animo comprendere caelum, Attribuitque suas formas, sua nomina signis. Quasque vices agerent, certa sub sorte notavit Omniaque ad numen mundi faciemque moveri, Sideribus vario mutantibus ordine fata.

Hoc mihi surgit opus non ullis ante sacratum Carminibus faveat magno Fortuna labori, Annosa et molli contingat vita senecta

Ut possim rerum tantas emergere moles Magnaque cum paxrvis simili percurrere cura.