Aufsatz 
Gymnasium oder Bürgerschule. Eine lokale Schulfrage
Entstehung
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Wichtigere Verfügungen. Im Zusammenhange mit der im vorjährigen Jahresberichte er- wähnten Norm über das Schulgeld hat das löbliche Presbyterium über Beschluss der löblichen grösseren Gemeindevertretung vom 12. November v. J. aus den Schulgelderträgnissen zur Bestreitung innerer Bedürfnisse(Geräte, Bibliothek, Lehrmittel, Programmdruckkosten u. s. w.) für das Gymnasium und die Elementarschule einen Pauschalbetrag bis zu 450 fl. und für die Mädchenschule zu dem- selben Zwecke einen solchen bis zu 200 fl. bewilligt.

Das hochlöbliche Landeskonsistorium hat in Anerkennung der grossen Schwierigkeiten, mit welchen die jährliche Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit in den Programmen vierklassiger Gymnasien für den wenig zahlreichen Lehrkörper solcher Anstalten verknüpft ist, mittels Erlasses vom 15. November 1893 Z. 2260/1893 über Einschreiten des hiesigen löblichen Pres- byteriums seine Zustimmung dazu gegeben, dass der Lehrkörper unseres Gymnasiums von der durch Erlass des Oberkonsistoriums vom 27. April 1851 Z. 71/1851 und durch Landeskonsistorialerlass vom 23. September 1876 Z. 1622/1876 vorgeschriebenen jährlichen Veröffentlichung einer wissen- schaftlichen Programmarbeit Umgang nehmen könne und es für ausreichend erklärt, wenn das Jahr für Jahr erscheinende Programm in Zukunft neben den Schulnachrichten nur in jedem zweiten Jahr auch einen wissenschaftlichen Aufsatz veröffentlicht.

Das Maifest fand am 9. Mai in der Wonsling statt.

Die Gesundheitsverhältnisse unter den Schülern waren im Allgemeinen gute. Von den Lehrern war Kollege J. M. Gassner vom 6. Januar bis 15. Februar l. J. durch Krankheit an der Erfüllung seiner Berufspflichten verhindert. Da gleichzeitig die erledigte Lehrerstelle suppliert werden musste, so wurde mit der Vertretung Gassners der für das akademische Lehramt geprüfte Lehrer der vierten Elementarklasse Martin Müller betraut.

Mit noch grösseren Schwierigkeiten hatte die Mädchenschule zu ringen. Anfangs Dezember v. J. erkrankte der Lehrer der ersten Klasse Michael Hutter so schwer, dass er erst am 22. März l. J. seine Lehrthätigkeit wieder aufnehmen konnte. Seine Lehrstunden supplierte der Lehrer der dritten Klasse Johann Martini.

Mitte Januar erkrankte auch der Lehrer der zweiten Klasse Andreas Kauffmann. Den Unterricht in seiner Klasse besorgte vom 4. Februar bis 8 April der Studierende der Theologie und des Lehramts Erhard Wolff, von da an bis zum Schlusse des Schuljahres Johann Martini.

Den Unterricht in der fünften Mädchenklasse erteilte vom 12. Februar an vereinigt mit seiner Klasse Josef Irtel. Da jedoch die gleichzeitige Beschäftigung von vier Abteilungen wenig Erfolg hatte, so übernahmen nach Ostern die Kollegen Rudolf Heitz, J. M. Gassner, M. Müller und J. Irtel den Unterricht.

Unterstützungen durch Bücher, Schreib- und Zeichengeräte, durch Kleider und Befreiung vom Schulgeld empfingen auch heuer zahlreiche arme Schüler und Schülerinnen von dem hiesigen löblichen Presbyterium und dem hiesigen evang. Frauenvereine.

Zum Schlusse sagen wir allen Freunden der Schule, die auch heuer uns in Treue zur Seite gestanden und uns durch ihr Wohlwollen und Vertrauen und durch andere fördernde und aufmunternde Gaben unterstützt haben, herzlichen Dank.

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