Aufsatz 
Gymnasium oder Bürgerschule. Eine lokale Schulfrage
Entstehung
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schlechte den Weg gewiesen, in treuer Anhänglichkeit an Gesetz, Fürst und Vaterland nach geistiger und sittlicher Bildung zu streben. Sein Wirken wird den kommenden Geschlechtern ein Vorbild und die Saat, die er gestreut hat, wird sicher nicht verloren sein! Sein Andenken bleibe gesegnet auch unter uns für immerdar!

In die verwaiste Stelle des Oberhirten unserer Landeskirche wurde durch verfassungsmässige Wahl am 21. September 1893 Sr. Hochwürden Herr Dr. Friedrich Müller berufen. Die gesamte Landes- kirche und das ganze Sachsenvolk plickt voll starken Vertrauens auf den neuen Oberhirten und bittet zu Gott, dass er den neuen Steuermann lange Jahre zu heilsamer, segensreicher Arbeit erhalten möge.

Die Lehrverfassung hat im abgelaufenen Schuljahre keine Anderung erfahren.

Der Lehrkörper hat bald nach Beginn des Schuljahres den Rektor Johann Wolff verloren. Am 9. Januar 1870 an die Anstalt berufen, hat er zuerst als Lehrer, dann vom 27. Juli 1874 als Rektor berufsfreudig an derselben gewirkt. Dem ehrenden Rufe der Gemeinde Petersdorf(29. Sep- tember 1893) folgend, trat er am 14. November v. J. aus dem Dienste unserer Schule und wurde am folgenden Tage feierlich in sein neues Amt eingeführt. Wir hofften und wünschten, er werde in dem ruhigeren Dienste des Pfarramtes neue Kräfte sammeln für eine reiche gesegnete Thätigkeit in seinem neuen Amte, aber das Schicksal hat es anders gefügt. Kaum hatte er das Wort des Grusses an seine Gemeinde gerichtet, da hat ihn sein altes, schweres Leiden auf das Krankenlager geworfen und am 30. Dezember v. J. seinem Leben ein allzufrühes Ziel gesetzt.

Begeisterung für seinen Beruf, Liebe zu Heimat und Volk war Wolffs Lebenskern. Was er auf dem Gebiete der Kunde unseres Volkstums geschaffen, das wird sein Gedächtnis lebendig erhalten für immerdar.

In die erledigte Rektorstelle hat das löbliche Presbyterium mittels Beschlusses vom 19. No- vember v. J. den Konrektor Ferdinand Baumann berufen und es wurde dessen Wahl durch Erlass des Hochlöblichen Landeskonsistoriums vom 27. Januar l. J. Z. 2617, 1893 bestätigt.

Die frei gewordene Konrektorstelle wurde im Sinne eines früheren Presbyterialbeschlusses nicht mehr besetzt. In die erledigte Lehrerstelle wurde am 18. Februar l. J. von dem löblichen Presbyterium der an der höheren Volksschule in Reps in Verwendung gestandene Lehramtskandidat Josef Josephi gewählt. Da derselbe die gesetzliche Qualifikation noch nicht besitzt, so wurde er mit Genehmigung des Hochlöblichen Landeskonsistoriums als Supplent für das Lehrfach der magya- rischen Sprache in Verwendung genommen und ihm zur Erwerbung der gesetzlichen Befähigung eine Frist bis zum 15. Februar 1895 gewährt. Josephi trat den Dienst am 5. März I. J. an.

Aus dem Verbande der Mädchenschule trat am 15. Februar J. J. infolge seiner Berufung zum Pfarrer der Gemeinde Petersdorf der seit 1. September 1891 an der Anstalt dienende Lehrer Christian Möckel. Die erledigte Stelle wurde durch Wahl vom 22. Februar l. J. dem Rektor der höheren Volksschule in Broos Karl Lewitzky verliehen, doch hat derselbe wegen Krankheit den Dienst noch nicht angetreten.

Visitationen fanden im abgelaufenen Jahre zwei statt und zwar am 16. und 17. März I. J. die des Gymnasiums durch den Vertreter Sr. Exzellenz des Herrn Ministers für Kultus und Unter- richt den Hochwohlgebornen Herrn Oberstudiendirektor und königl. Rat Josef Elischer. Wohlderselbe besichtigte die Schulräumlichkeiten und Sammlungen, wohnte dem Unterrichte in vielen Lehr- gegenständen bei und nahm Einsicht in die Schülerhefte. Für die gegebenen Anregungen und die freundliche Anerkennung fühlt sich das Kollegium zu Dank verpflichtet.

Am 23. Mai wohnte Sr. Hochwohlgeboren der Herr königl. Rat und Schulinspektor des Hermannstädter Komitates Emil v. Trauschenfels dem Unterrichte in der Elementar- und Mädchen- schule bei und nahm Einsicht in die Hefte für die schriftlichen Arbeiten.