Aufsatz 
a) Einige Usancen im internationalen Handel mit Ölsaaten. b) Über die Abstimmung der Konti-Korrenti / Friedrich Karl Leitner
Entstehung
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Niederlande.

Die Niederlande bauen faſt gar keine Olſaaten, nur eine kleine Menge von Raps in Groningen. Leinſamen wird zwar in größeren Mengen in Seeland gebaut, jedoch nur als Sae⸗Leinſaat für die Flachsbereitung verwertet. In früheren Jahren war die Produktion von Raps und Leinſaat nicht unbedeutend; der Rückgang mag wohl durch die Konkurrenz des Petroleums als Leuchtſtoff motiviert werden. Dagegen iſt der Import ſehr bedeutend, wobei jedoch bemerkt werden ſoll, daß von dieſer importierten Menge ein bedeutendes Quantum tranſito nach den rheiniſchen Provinzen geht. Importiert werden alle Provenienzen: Raps aus Rußland, Rumänien, Bulgarien; Leinſaat von Indien, Nord⸗ Amerika, von den La Plata⸗Staaten, vom Schwarzen und Azow'ſchen Meere, der Oſtſee ꝛc.

Die Haupthandelsplätze ſind Amſterdam und Rotterdam.

Die Preiſe verſtehen ſich per Laſt à 2000 kg für Raps, Rübſen und Hedrich; per Laſt à 2040 kg für Leinſaat(nordamerikaniſche à 2000 kg, indiſche à 1960 kg). Die Bezahlung der Faktura erfolgt bei Ankunft des Schiffes gegen Auslieferung der Verladungs⸗Dokumente.

Käufe in indiſcher Saat werden zumeiſt durch auswärtige Vertreter über London nach Londoner Uſance geſchloſſen(Raps nach R. A. T., d. h. Rapeseed Association Terms, Leinſaat nach L. A. T., d. h. Linseed Association Terms) auf Baſis von 4% fremder ölhältiger oder nicht ölhältiger Be⸗ ſtandteile, und erfolgt die Analyſe zur Feſtſtellung des endgiltigen Kaufpreiſes in London mit den aus den Seeſchiffen nach Ankunft genommenen Muſtern.

Manchmal werden die Saaten auf Maß und Muſter, bezw. per Malter oder Hektoliter gehandelt.

Auktionen finden keine ſtatt, da die Einkäufe ſeitens der Olfabriken direkt erfolgen.