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Der Hauptplatz für den Export in Olſaaten iſt Braila; von geringerer Bedeutung ſind Galatz, Tultſcha, Konſtanza. Der Export geht hauptſächlich nach England, Frankreich, Niederlande.
Im inländiſchen Verkehre werden Saaten in der Moldau per Waggonladung(10 000 kg), in der Walachei und Dobrudja per 100 kg, hie und da auch per hl gehandelt. Als Qualitätsbaſis gilt für Kohlreps und Rübſen: geſund, trocken, ſchimmelfrei; Leinſaat wird in der Walachei und Moldau telquel(d. h. ohne Garantie der Qualität), in Conſtanza laut Beſatz an fremden Körpern (Baſis 6%= 4% der Londoner Analyſe) gehandelt. Bei Wildreps, der unter der Leinſaat wild wächſt, gilt als Baſis 10%.
Für den Export wird der Preis nach ausländiſcher Uſance in ausländiſcher Valuta„cif“ Beſtimmungshafen angegeben. Bei Verſchiffungen nach London rechnet man 112 engl.= 50 ¾ kg.
In Bezug auf Braila ſei erwähnt, daß, falls die Ware ab Magazin zu übernehmen iſt, als Uebernahmsſpeſen 25 Centimes per hl oder Frs. 40 pro Waggon berechnet werden; ab Schlepper (Barkaſſe) per hl 10 Centimes. Bei Lieferungen pro Hektoliter wird das Durchſchnittsgewicht von 10 hl der Abrechnung zugrunde gelegt.
Lagert die Ware in Docksmagazinen, ſo wird dieſelbe mittelſt Saugelevator, der mit einer automatiſchen Wage verbunden iſt, direkt in den Schlepper gehoben.
Türkei.
Die wichtigſten Plätze ſind Trapezunt und Smyrna.
Trapezunt: Im Vilajet Trapezunt wird zumeiſt Leinſamen gebaut und zur Ausfuhr nach Samſun gebracht. Dieſe beträgt jährlich beiläufig 5— 6000 Tonnen. In den Hauptproduktions⸗ orten des Vilajets Sivas, und zwar bei Yosgat, Tſcharum und Merſifum, werden hievon jährlich ca. 1500 Tonnen gewonnen, von welchen die Hälfte den heimiſchen Olpreſſen zufällt, der Reſt nach Marſeille und Liverpool via Samſun ausgeführt wird.
Die Preisſtellung richtet ſich nach jener der genannten europäiſchen Plätze.
Die Hauptproduktionsſtätten für Mohnſaat ſind im Vilajet Sivas gelegen. Die Ausfuhr (ca. 1500 Tonnen) erfolgt ebenfalls über Samſun zumeiſt nach Marſeille, Dünkirchen und Hamburg.
Der Einkauf aller Olſaaten erfolgt auf Wochenmärkten, der Verkauf durch Courtiers an die Exporteure.
Smyrna: Die größte Bedeutung haben Seſam, Mohnſaat und Baumwollſamen, während Hanfſamen und Leinſaat eine untergeordnete Rolle ſpielen. Die Hauptproduktionsorte anzugeben, verwehrt die mangelhafte Statiſtik. Einen gewiſſen Anhaltspunkt für die Beurteilung der Produktions⸗ mengen liefern die Ausweiſe über den Export, welcher 1897 betrug:
Seſam.. 3... 20,200 Säcke, Mohnſaat.... 15,900„ Baumwollſamen 33,680„
In Bezug auf Seſam iſt zu bemerken, daß die Provenienzen aus dem Gebiete Scalanova und Konia gerühmt werden. Uebrigens wird Seſam vielfach zur Bereitung des„Halewa“, eines türkiſchen Konfekts, verwendet.
Von Mohnſaaten werden drei Sorten unterſchieden: die blau⸗ſchwarze(in Europa die beliebteſte), die bunte und die braune. Ungeachtet dieſer Unterſcheidung bringt man Mohnſaaten unſortiert in den Handel.
Der Export geht hauptſächlich nach Marſeille und Deutſchland.
Ich laſſe eine fingierte Einkaufsrechnung, eine Kalkulation für Seſam und für Mohnſaat folgen.


