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worden und unter der liebevollen, mütterlichen Pflege der- selben von einer langen Krankheit genesen. Seine Worte hätten anders lauten müssen, wenn Helvia in Rom gewesen wäre. Seneca hetheiligte sich in Rom mit grossem Eifer an den rhetorischen Uebungen, indem er alle Rhetoren hörte, die einen Namen hatten ³³). Im höheren Alter dagegen scheint er den declamatorischen Wettkämpfen dauernd fern geblieben zu sein 34). Unter seinen Freunden nahm M. Porcius Latro die erste Stelle ein 35); von ihm spricht er mit aller Liebe. Ueber seine Beziehungen zu dem öffentlichen Leben fehlen bestimmte Nachrichten. Nur das weiss man, dass er sich zu seiner Zeit um Ehrenstellen bemühte, während er im Greisen- alter das Gefährliche eines solchen Bestrebens erkannte ³⁶). Als er die uns erhaltenen Schriften abfasste, war er schon sehr vorgerückt an Jahren. Er klagt über die Schwäche seines Gesichts und Gehörs und die Lähmung seiner Kräfte 37). Die Stärke seines Gedächtnisses war früher wunderbar gewesen, so dass er zweitausend Namen, die ihm genannt wurden, in derselben, und mehr als zweihundert Verse, die ihm von ebenso vielen Personen vorgesagt wurden, in umgekehrter Reihenfolge wiedergeben konnte ³s). Das Alter hatte freilich auch auf sein
³³) Pr. C. I, 11.— 3¹) Pr. C. I, 3:[Memoria] et aetate quas- sata et longa desidia... eo perducta est, ut etiamsi potest ali- quid praestare, non possit promittere.— ³⁸) Pr. C. I, 13.
36) Pr. C. II, 4: Sed quoniam, redet er seinen Sohn Mela an, fratribus tuis ambitiosa curae sunt foroque se et honoribus parant in quibus ipsa quae sperantur timenda sunt, ego quoque eius alioqui processus avidus et hortator laudatorque vel periculosae, dum hone- stae modo, industriae duobus filiis navigantibus te in portu retineo.
³⁷) Pr. C. I, 2: Sed cum multa iam mihi ex me desideranda senectus fecerit, oculorum aciem retuderit, aurium sensum hebeta- verit, nervorum firmitatem fatigaverit, inter ea quae retuli memoria est, res ex omnibus animi partibus maxime delicata et fragilis, in quam primam senectus incurrit.
³⁸) Pr. C. I, 2.— Dass Seneca bei der Schilderung seines wun- derbaren Gedächtnisses nicht übertreibt, zeigt nicht nur der überzeu-


