Aufsatz 
Über den Rhetor Seneca und die römische Rhetorik seiner Zeit / vom ... Koerber
Entstehung
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Wann Seneca nach Spanien zurückkehrte, ist unbekannt. Man kann aber annehmen, dass er wenigstens so lange in Rom blieb, als seine rhetorische Ausbildung erforderte. Im reiferen Mannesalter ²6) heiratete er die Helvia, welche aus einer alten und strengen Familie stammte ²27) und wissenschaftlichen Be- strebungen sehr ergeben war 28). Aus dieser Ehe ent- sprangen drei ²⁹9) Söhne: Novatus, der von dem Rhetor L. Junius Gallio, einem Freunde Senecas, adoptirt wurde, Lucius Seneca, der Philosoph, und Mela, der Vater des Dichters Lucan 3⁰°0). Lucius und ohne Zweifel auch Novatus wurden in Corduba geboren.

Der Anfang des zweiten Aufenthaltes Senecas in Rom fällt wahrscheinlich in das Jahr 3 n. Chr. Denn auf diese Zeit beziehen sich wolseine Worte: audivi[Asinium Pollionem]... senem. Asinius Pollio starb aber 4 n. Chr. Dass Seneca seinen ersten Aufenthalt in Rom nicht so weit ausgedehnt habe, um vor seiner Verheiratung in Spanien den genannten Rhetor als Greis hören zu können, was bei dem Alter des letzteren (er war 76 geboren) an und für sich möglich war, zeigt das Wort postea in der angeführten Stelle ³ ¹), was offenbar auf eine längere Unterbrechung deutet, die man sich nur durch den Aufenthalt in Spanien veranlasst denken kann. Wahr- scheinlich liess Seneca seine Kinder bald in die Hauptstadt nachkommen, während Helvia aus unbekannten Gründen in Spanien zurückblieb. Der Philosoph Seneca erzählt nämlich ³²), er sei durch die Schwester seiner Mutter nach Rom gebracht

26) Sein zweiter Sohn, Lucius, ist um 2 n. Chr. geboren. ²⁷) Consol. ad Helv. 16, 3.

26) Das. 15, 1 werden ihr die Worte in den Mund gelegt: Ubi studia, quibus libentius quam femina, familiarius quam mater inter- eram? Vgl. das. 17, 3 fl. 2⁰) A. a. O. 2, 4: Carissimum virum, ex quo mater trium liberorum eras, extulisti.

3°) Tac. ann. 16, 17. In der angeführten Reihenfolge sind die Söhne vor allen Pr. der C. genannt; nur Pr. C. IX. fehlt der Name des zweiten Sohnes.) S. Note 20. ³²) Consol. ad Helv. 19, 2.