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dieselbe Person sein könne. Gab man anch seitdem den son- derbaren Irrthum auf, so fanden doch die Schriften des Rhetors Seneca bis auf unsre Zeit herab nicht die ihnen gebührende Würdigung, da man keinen lesbaren Text derselben hatte. Erst vor wenigen Jahren erwarb sich Bursian das Verdienst, durch genaue Vergleichung der Handschriften einen Text ³) herzu- stellen, der von den früheren so weit verschieden ist, dass man unbedenklich den Urtheilen Höfig's und Kiessling's bei- stimmen kann, wenn der erstere sagt 4): Ceterum gratulor post tantum tot saeculorum tristissimum mendorum squalorem Senecae restitutum a C. Bursiano genuinum, quoad eius fieri potuit, veritatis nitorem; und der letztere ⁵5): Hier hat fast jeder Satz eine völlig neue Gestalt gewonnen, und ist die heil- lose Beschaffenheit der bisherigen Vulgata handgreiflich ge- worden. 4 I. Das Leben Senecas.
Die Vaterstadt Senecas ist Corduba 6), die erste Colonie der Römer, die wegen der auserlesenen Colonisten den Beinamen Patricia hatte. Seine Familie, die zu den wohlhabenden zählte?),
³) Annaei Senecae oratorum et rhetorum sententiae divisiones colores. Conradus Bursian recensuit et emendavit. Lipsiae 1857.— Auf diese Ausgabe beziehen sich die Citate. Dabei bemerke ich, dass sämmtliche controversiae der Bücher 1, 2, 7, 9, 10 durchlaufende Num- mern haben, wogegen die nur in Excerpten erhaltenen nach den ein- zelnen Büchern numerirt sind. Die letzte Zahl der Citate bezeichnet die Randparagraphen. Pr. bedeutet prooemium, S. suasoria, C. con- troversia, Ex. excerpta. 4) Progr. des Gymn. zu Görlitz 1858. p. 26.— ³) Rhein. Mus. f. Phil. XVI, 50. 6) Der Philosoph Seneca sagt epigr. IX.(ed. Haase): Nunc longinqua tuum deplora, Corduba, vatem.. Ille tuus quondam magnus, tua gloria, civis Infigar scopulo. 3 Vgl. Pr. C. I, 11: bellorum civilium furor... intra coloniam meam me continuit. ⁷) L. Senec. cons. ad. Helv. 14, 2 f.


