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Paul Primer, Sohn des zu Breslau verstorbenen Kgl. Polizeirats Primer, wurde geboren am 27. März 1850 zu Wolstein in der Provinz Posen. Vorgebildet auf dem Marienstifts-Gymnasium zu Stettin und dem Magdalenäum zu Breslau bezog er im Herbst 1870 die Universität Breslau, um Philologie, Archäologie und Germanistik zu studieren. Seine Studien wurden 2 Semester unterbrochen durch den Krieg gegen Frankreich. Er beteiligte sich an der Belagerung von Paris und den Gefechten in Le Bourget. Im Jahre 1875 wurde er von der philosophischen Fakultät der Universität Breslau zum Doctor der Philosophie promoviert. Die Prüfung pro facultate docendi bestand er am 10. Dezember desselben Jahres. Das Probejahr absolvierte er am Johanneum zu Breslau von Ostern 1875 an und war gleichzeitig ordentliches Mitglied des Kgl. Pädagogischen Seminars daselbst. Nachdem er hierauf ein Jahr lang eine ordentliche Lehrerstelle an der Fürstenschule zu Pless in Ober- schlesien verwaltet hatte, wurde er Ostern 1877 durch Verfügung des Kgl. Prov.-Schulkollegiums zu Kassel als ordentlicher Lehrer an das Gymnasium zu Weilburg a. d. L. versetzt. Nach 14 ½jähriger Thätigkeit an dieser Anstalt erfolgte im Herbst 1891 seine Berufung als etatsmäßiger Oberlehrer an das Kgl. Kaiser-Friedrichs- Gymnasium zu Frankfurt a. M. Außer kleineren Aufsätzen sind von ihm folgende Schriften erschienen: 1. De Cupidine et Psyche, Inaugural-Dissertation, Breslau 1875. 2. Stimmen gegen die Ueberschätzung der Kunst, Programm des Gymnasiums zu Weilburg 1886/87.
Aufserdem übernahm seit Herbst Dr. HermannSpindler aus Hofgeismar einige Unterrichtsstunden als unbesoldeter Hülfslehrer, und es wurden gleichzeitig dem Gymnasium die Kandidaten Dr. Emil Aust aus Hermsdorf in Schlesien und Otto Rasch aus
Vockerode bei Eschwege zur Ableistung des Probejahrs überwiesen.
Mit Anfang des nächsten Schuljahres wird das Kollegium durch Berufung zweier Lehrer vervollständigt werden, da der Abschluſs des inneren Ausbaues der Anstalt, d. h. die Prennung der Prima und der 1. und 2. Vorschulklasse, die Errichtung zweier neuer Lehrerstellen notwendig macht.
Am 11. April, dem 3. Jahrestag der Eröffnung der Anstalt, überreichte der Direktor am Schlusse der Wochenandacht ein von Sr. Majestät dem Kaiser allergnädigst verliehenes, von dem Maler Gustav Richter II. in Oel ausgeführtes Brustbild des erlauchten Patrons unseres Gymnasiums, des hochseligen Kaisers Friedrich. Das Bild erhielt seinen Platz auf dem mittleren Felde der Hauptwand der Aula und würde hier einen trefflichen Mittelpunkt bilden für die von dem Direktor im Jahre 1890 beantragte Ausmalung der Seitenfelder mit Darstellungen aus der deutschen und der Frankfurter Geschichte. Zur Ausschmückung der Turnhalle wurden im Auftrag des Herrn Kultusministers am 2. Oktober die Bilder der drei ersten Kaiser des neuen deutschen Reiches überwiesen.
Am 2. Juni wurde das in den Frankfurter Lehranstalten übliche Frühlingsfest durch Ausflüge sämtlicher Klassen unter Führung ihrer Lehrer nach verschiedenen Punkten der Umgegend gefeiert.
Die Todes- und Geburtstage der deutschen Kaiser Wilhelm IJ. und Friedrich I. wurden am 15. Juni, am 18. Oktober, am 9. und am 22. März als nationale Gedenktage in gemeinsamer Andacht und mit Vorträgen aus dem Leben der beiden Herrscher begangen.
Am 29. juni beehrten Se. Excellenz der Herr Kultusminister Grafvon Zedlitz-— Trützschler sowie Se. Excellenz der Herr Oberpräsident, Staatsminister Graf zu Eulenburg das Gymnasium mit ihrem Besuche. Die Herren nahmen unter Führung des Direktors von verschiedenen Räumen der Anstalt Einsicht und besichtigten insbesondere die Sammlungen. Auch wohnten sie eine Zeitlang dem Unterricht in einer Klasse bei.
Am 2. September feierte die Schule den Sedantag durch einen gemeinsamen Ausflug nach Dornholzhausen bei Homburg, an welchem sich zahlreiche Angehôrige unserer


