Aufsatz 
De carminibus Prisciani grammatici nomine inscriptis
Entstehung
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III. Chronik des Gymnasiums.

Das Schuljahr wurde Montag den 6. April nachmittags in herkömmlicher Weise mit einer Andacht und der Verpflichtung der neuaufgenommenen Schüler eröffnet.

Von den seitherigen Lehrern der Anstalt war am Schlusse des vorigen Schuljahres nach zweijaÄhriger eifriger und ersprieſslicher Thaâtigkeit an unserer Schule der wissen- schaftliche Hülfslehrer Justus Nolll als ordentlicher Lehrer an das Kgl. Gymnasium zu Dillenburg berufen worden. Während des Sommerhalbjahrs schieden aus dem Verband des Lehrerkollegiums die unbesoldeten Hülfslehrer Karl Blümlein, Heinrich Escher und Dr. Alexander Bilger, von denen der erstgenannte der Anstalt seit ihrem Be- stehen angehôrt und wiederholt mit anerkennenswertem Erfolge eine volle Lehrerstelle versehen hatte. Er übernahm gegen Ende des ersten Quartals eine Stellung als Erzieher in Holland. Um dieselbe Zeit wurde Herr Dr. Bilger, welcher nach seinem Probejahr noch ¼ Jahre an der Anstalt einige Stunden erteilt hatte, mit Vertretung eines Lehrers an der hiesigen Musterschule beauftragt, und Candidat Escher trat gleichzeitig nach 1 ¼jähriger Thatigkeit an unserem Gymnasium in eine Privatstellung über, aus welcher er im Herbst zur Versehung einer Lehrerstelle an das Gymnasium nach Fulda berufen wurde.

Dagegen traten zu Ostern neu in das Kollegium ein als ordentlicher Lehrer Karl Wiegandt und als vollbeschäftigter wissenschaftlicher Hülfslehrer Dr. Hugo Handwerck.

Carl Wiegandt, in Luckau in der Provinz Brandenburg am 12. August 1854 geboren, besuchte die Gymnasien zu Luckau und Guben, studierte auf den Universitäten Berlin und Halle classische Philologie und bestand an letzterer am 6. August 1882 das Examen pro fac. doc. Das praktische Probejahr absolvirte er am Kgl. Gymnasium zu Hanau von Herbst 1882 ab und war in den folgenden Jahren als wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig an den Kgl. Gymnasien zu Hanau, Dillenburg und von Ostern 1886 91 zu Weilburg. Zum 1. April 1891

wurde er an das Kgl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a. M. berufen, wo zu derselben Zeit seine definitive Anstellung erfolgte.

Hugo Handwerck wurde am 28. November 1862 zu Kassel geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studirte dann in Marburg, München und Leipzig deutsche und klassische Philologie. Im Juni 1887 bestand er das Examen pro facultate docendi in Marburg. Den folgenden Winter verbrachte er in Paris mit dem Studium des Neufranzösischen. Von Ostern 1888 bis 1890 war er am Kgl. Friedrichs-Gymnasium in Kassel zunächst als Proband, dann als Hilfslehrer beschäftigt und zugleich Mitglied des Kgl. paed. Seminars. Im Dezember 1890 bestand er in Marburg das Examen rigorosum; die Abhandlung, auf Grund deren er zum doctor philosophiae promoviert wurde, ist betitelt:Studien über Gellerts Fabelstil. Ostern 1891 wurde er mit Versehung einer Lehrerstelle am Kgl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasium beauftragt.

Zu Michaelis wurde der Hilfslehrer Jakob Koch an das Gymnasium zu Hersfeld versetzt, nachdem er 1 ½ Jahre lang eine volle Lehrerstelle mit Treue und Hingebung bei uns verwaltet hatte.*) Neu berufen wurde statt dessen als 4. etatsmäſsiger Oberlehrer der seitherige erste ordentliche Lehrer an dem Gymnasium zu Weilburg Titularoberlehrer Dr.

Paul Primer.

*) Derselbe hat nach seinem Abgang noch die wissenschaftliche Abhandlung für das Programm geliefert. 6