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Leibrenten. Kapitalversicherung auf den Sterbefall. Dauernde, aufgeschobene, temporäre und
aufgeschoben-temporäre Lebensversicherungen. Die Gegenleistungen in einmaligen Einlagen oder
in Prämien auf Einlageverlust, einfache Einlagen auch auf Rückvergütungen. Sparkassentontinen.
Ermittelung von Deckungskapitalien. Anwendung der ermittelten Formeln auf praktische Fälle. Schlimbach.
S. Nechmen. 2 St. Kontikorrente mit wechselndem Zinsfuße; Conto nostro und Conto
a meta. Effektenrechnung; Gold-, Silber- und Münzrechnung; Einfache und zusammengesetzte
Warenkalkulationen; Wechsel-, Gold- und Münzarbitragen.— Monatlich in Algebra oder Rechnen eine häusliche oder eine Klassenarbeit zur Korrektur durch den Lehrer. Schlimbach.
9. Handelsrecht. 2 St. Artikel 271 bis 316 und 337 bis 359 des Allg. Deutschen
Handelsgesetzbuches(nach Textausgabe mit Anmerkungen von F. Litthauer): Begriff der Handels-
geschäfte; allgemeine Bestimmungen über Handelsgeschäfte; Kauf. Schlimbach.
10. Handelslehre und Buchführung. 1 St. Maßwesen; Wechsel und Anweisungen.— Doppelte Buchführung, geübt an fingierten Geschäftsgängen. Schlimbach.
I1. Chemie und Warenkunde. 2 St. Waren aus dem Tier- und Pflanzenreiche. An dem chemischen Praktikum beteiligten sich im Sommer 2 Schüler. Richters.
Real-Obersekunda(R. II. 1). Ordinarius: Oberlehrer Dr. Hoburg.
I. Religion. a) Evangelische. 2 St. Wiederholungen aus dem Alten Testament. Neutestamentliche Bibelkunde. Die Apostelgeschichte gelesen und erklärt. Marx.
b) Katholische. 2 St. Kombiniert mit I. 1. Schreiber.
2. Deutsch. 3 St. Ausblick auf nordische Sagen und die großen germanischen Sagenkreise, auf die höfische Epik und die höfische Lyrik. Besonderes Eingehen auf das Nibelungenlied und das Gudrunlied unter Mitteilung einiger Proben im Urtext. Einzelne sprachgeschichtliche Belehrungen durch typische Beispiele. Erläuterung der einschlägigen dichterischen Pormen. Lesen. Die Hauptabschnitte des Nibelungenliedes und des Gudrunliedes in Ubersetzung. Goethes Götz von Berlichingen, H. von Kleists Prinz von Homburg und Michael Kohlhaas. Auswendiglernen ein- zelner Stellen aus den gelesenen epischen und dramatischen Dichtungen. Vorträge im Anschluß an das Lesen in der Schule und zu Hause. Aufsätze: 1. Wer am Wege baut, hat viele Meister. 2. Er- zählung im Anschluß an ein Bild Lessings im Städel'schen Institut. 3. Rüdiger von Bechlarn(Klassenarbeit). 4. Ver sacrum(nach Uhland). 5. Das Hessendenkmal zu Frankfurt. 6. Charakter des Prinzen von Homburg(nach Kleists Drama): Klassenarbeit. 7. Iugurtha(nach Sallust). 8. Michael Kohlhaas(nach Kleist). Valentin.
5. Latein. 3 St. Lektüre. Lesen. Ovid. Metamorphosen VI, 157— 382; VIII, 183— 259; 611— 724; IV, 54— 74. Sallustius, Bellum Iugurthinum 11— 32. Übersetzungen(Klassen- arbeiten) aus Caesars Bellum civile alle 14 Tage. Grammatische Wiederholung der Formenlehre und der Syntax im Anschluß an die schriftlichen UÜbungen. Erklärung und Einübung des dak-
tylischen Hexameters. Valentin. 4. Französisch. 4 St. Lektüre im Sommer von Corneille, le Cid, im Winter von Barante, Histoire de Jeanne d'Arc— Ausgabe Renger— Grammatik nach Ploetz, Syntax und Formen-
lehre: Tempus- und Moquslehre, die Lehre vom Infinitiv; mündliches UÜbersetzen aus Ploetz UÜbungen zur Syntax; alle 2 Wochen eine schriftliche Arbeit— abwechselnd Hausarbeit und Klassenarbeit— zur Korrektur. Sprechübungen im Anschluß an die Lektüre. Hobu rg.
5. Englisch. 3 St. Lektüre: im Sommer von Scott, the Lay of the Last Minstrel, im Winter aus Prescott, History of Philipp II. of Spain. Vol. II. Grammatik nach Sonnenburg II;
Wöhlerschule 1893. 5


