Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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Kryſtallwaſſer der Salze. Erhitzt man grünen Eiſen⸗ oder blauen Kupfervitriol in einem Reagensgläschen, ſo ſcheiden dieſelben eine bedeutende Menge Waſſer ab und zerfallen zu weißen Pulvern. Viele Salze nehmen beim Entſtehen in wäßriger Löſung und beim Auskryſtalliſieren aus derſelben chem. Waſſer auf, ſogenanntes Kryſtallwaſſer, das ſie beim Erwärmen wieder abgeben, vielfach unter Entfärben. Bringt man zu den waſſerfreien Salzen Waſſer, ſo binden ſie dasſelbe wieder unter Wärmeabgabe. Quantitative Beſtimmung des Kryſtallwaſſers.

Unregelmäßiges Verhalten der konz. Schwefelſäure und der Sal⸗ peterſäure zu den Metallen.

Verd. Schwefelſäure vermag nicht die edlen Metalle, desgleichen Queckſilber und Kupfer, zu löſen; ebenſowenig konz. 804 Ha in der Kälte. Erhitzt man jedoch letztere mit Kupfer(oder mit Zn, Hg und Ag), ſo löſt ſich dasſelbe. Es entwickelt ſich jedoch nicht Waſſerſtoff, ſondern 804, das ſich ſofort durch ſeinen Geruch bemerkbar macht. Wie erklärt ſich dieſer Vorgang? Durch Eindampfen der Löſung erhält man 80.0u; Cu hat alſo H, in 80. Ha erſetzt. Wenn nun nicht Ha, ſondern 80, frei wird, ſo iſt dies nicht anders zu erklären als dadurch, daß dieſes frei werdende H. im Ent⸗ ſtehungszuſtand einem zweiten Molekül 80 41H ein O entzieht, damit H.O bildet und ſo das Molekül 80. H, in 802+ 2.O ſpaltet.

(SO.)H.+ Cu=(80.) Cu+ H. H.+ 80, H.— 22O+ 802.

Die Salpeterſäure eignet ſich am beſten zum Auflöſen der Metalle, da nur Gold und Platin ihrer Einwirkung widerſtehen. Dieſe Auflöſungen verlaufen jedoch auch nicht nach dem allgemeinen Schema, da wir wohl die ſalpeterſ. Salze, aber nicht Waſſerſtoff erhalten. Es entweicht vielmehr ein braunes Gas. Wie laſſen ſich dieſe Vorgänge erklären?

NOall iſt nicht ſehr beſtändig. Schon am Licht färbt ſich die konz. Säure infolge Zerſetzung allmählich gelb. Leitet man ſie durch eine erhitzte Röhre, ſo zerſetzt ſie ſich raſch. Auch die ſal⸗ peterſ. Salze ſind in der Wärme unbeſtändig und zerfallen.

Wenn nun ſchon der ſonſt ſo beſtändigen 80 H, allerdings nur im konz. und heißen Zuſtand, durch Waſſerſtoff im Ent⸗ ſtehungszuſtand Sauerſtoff entriſſen wird, um wieviel leichter wird dies bei der leicht zerſetzbaren NOZH geſchehen..

Wir bringen Kupfer zu NOzl und fangen das ſich entwickelnde Gas über Waſſer auf. Anfangs erfüllt ein braunes Gas die Gas⸗ entwicklungsflaſche. Nach einiger Zeit erhalten wir jedoch ein farb⸗ loſes Gas. Hebt man dann den damit angefüllten Cylinder aus dem Waſſer der pneumat. Wanne, ſo färbt ſich das Gas in dem Maße, als es mit der Luft in Berührung kommt, braun. Eine genauere Unterſuchung lehrt, daß das farbloſe Gas aus Stickſtoff und Sauerſtoff beſteht und die Formel NO beſitzt. Kommt dieſes farbloſe Stickoxyd NO an die Luft, ſo nimmt es noch O auf und geht in braunes NOz über.(Deshalb erhält man beim Auflöſen