Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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Reduktion der Chloride.

Welche Elemente beſitzen große chem. Anziehung zu Chlor, aber keine Anziehung zu den Metallen oder Metalloiden?

Die Reduktion der Chloride iſt ſehr ſchwer ausführbar, beſ. aber ihre Reduktion zu Chlor. Wir betrachten nur

Das Verhalten der Salzſäure zu den Metallen.

Verſuche: Übergießt man Zink oder Eiſen mit ClIH, ſo erhält man unter Erwärmung und lebhafter Entwicklung von Waſſerſtoff Löſungen von farbloſem Chlorzink ZuClz oder grünem Chlor⸗ eiſen FeCl?, 2 ClH+ Zn= ZnCl.+ H.

Noch lebhafter erfolgt die Einwirkung von Natrium, wobei wir außer Waſſerſtoff unſer allbekanntes Kochſalz NaCl erhalten,

CIH+ Na= NaCl+ H.

Ergebnis: Die Metalle von Kalium bis Eiſen löſen ſich in ClH unter Bildung von Metallchloriden und Waſſerſtoff. Dies geſchieht um ſo leichter, je näher das Metall dem Kalium ſteht(warum?).

Reduktion der Bromide und Jodide.

Folgende Erſcheinungen bieten ein vorzügliches Mittel, um die verſchiedene Stärke der chem. Anziehung der Salzbildner unter⸗ einander zu zeigen.

BrK+ Cl= KCl+ Br.

Schüttet man zu einer wäßrigen Löſung von Bromkalium etwas Chlorwaſſer, ſo treibt das ſtärkere Cl das ſchwächere Br aus und ſetzt ſich an deſſen Stelle. Br läßt ſich durch Schütteln mit Schwefel⸗ kohlenſtoff, in dem es ſich mit brauner Farbe löſt, nachweiſen.

R+ G= K0l+ J.

Chlor ſcheidet in einer Jodkaliumlöſung Jod aus, das ſich in

Schwefelkohlenſtoff mit violetter Farbe löſt. JIK+ Br= KBr+ J.

Brom treibt ebenfalls Jod aus, während es ſelbſt durch Cl aus ſeinen Verbindungen ausgeſchieden wird.

Cl hat alſo die ſtärkſte chem. Anziehung, dann folgt Br, zuletzt J.

Zuſammenſtellung aller Reduktionen in Formelgleichungen!

Man vergleiche die chem. Anz. der Elemente S. 29!

Einteilung der chem. Vorgänge.

1. Additionsvorgänge, Fe+ 8= Fes.

2. Zerſetzungen, Hg0O= Hg+ 0.

3. Reduktionen, Hgs+ Fe= Fes+ Hg.

4. Wechſelzerſetzungen, Fes+. 2 ClH= FeCla+. SH.. Die Wechſelzerſetzungen werden erſt ſpäter ausführlich erörtert.