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klärt. Die Luft iſt ein Gemenge von 1 Raumteil 0 und 4 Raumteilen N. Außerdem enthält ſie noch, wenn auch in äußerſt geringer und wechſelnder Menge, Kohlenſäure, Waſſer⸗ dampf und andere Körper.
Der N verhält ſich bei den meiſten chem. Vorgängen ganz un⸗ thätig, ſodaß wir bei der Darſtellung der Sauerſtoffverbindungen der Elemente ſtatt des reinen O uns der Luft bedienen werden. Nur wirkt Luft nicht ſo lebhaft, da ja in ihr der O mit viel N gemengt iſt, der die Oxydation hindert.
Geſchichtliches. Die ſtoffliche Zuſammenſetzung der Luft wurde erſt ſpät erkannt. Im Anfang des 17. Jahrh. wurde beobachtet, daß beim Verbrennen und Atmen in einem abgeſchloſſenen Raum Luft verſchwindet, und daß der übrig gebliebene Teil zum Verbrennen und Atmen ungeeignet iſt. Den erſten Luftbeſtandteil nannte man Feuerluft, den zweiten verdorbene Luft. Indes herrſchten über die Verbrennung ſelbſt ganz irrtümliche Anſichten. Stahl, der Begründer der Phlogiſtontheorie 1723, nahm an, daß die brennbaren Körper einen nur ihnen eigentümlichen Stoff, Phlogiſton, enthielten, der beim Verbrennen als Feuer und Wärme entweiche, ſodaß jeder brennbare Körper aus ſeinem beim Verbrennen entſtehenden Rückſtand und Phlogiſton beſtände, die Metalle z. B. alſo aus ihren Aſchen und Phlogiſton. Kohle galt für ſehr reich an Phlogiſton, weil nur ein geringer Rückſtand übrig
lieb.[Cavendiſh glaubte in dem von ihm 1781 entdeckten Waſſerſtoff das Phlogiſton dargeſtellt zu haben.]
Nach dieſer Anſicht müßten natürlich die Metallaſchen leichter ſein als die Metalle jeltſt Obgleich nun auch gegenteilige Beobachtungen bekannt wurden, ſo hielt man doch an der einmal vorgefaßten Meinung hartnäckig feſt und half ſich damit, daß man das Phlogiſton als negativ ſchwer, ähnlich wie einen Luftballon, annahm.
(Wenn man nach der Phlogiſtontheorie die Metallaſchen wieder in die Metalle zurückverwandeln wollte, ſo mußte man ihnen Phlogiſton zuführen, und dies geſchah durch Zuſammenſchmelzen derſelben mit der phlogiſton⸗ reichen Kohle.]
Nachdem Prieſtley in England 1774 und Scheele in Schweden 1775 unabhängig voneinander den O entdeckt hatten, klärte Lavoiſier 1774— 1781 die wichtige Rolle auf, die demſelben bei der Verbrennung, Atmung und Oxy⸗ dation zukommt. Lavoiſier iſt durch die Einführung der Wage bei chem. Unterſuchungen als der Begründer der neueren Chemie(quantitative Periode) anzuſehen. 1 Als Opfer der franzöſ. Revolution wurde er am 8. Mai 1794 gulllotiniert.
Die Metalloidoxyde.
Schwefel Sverbrennt zu einem farbloſen, ſtechend riechenden Gaſe, zu ſchwefliger Säure oder Schwefeldioxyd 80,, das ſich in Waſſer löſt, dann ſauer ſchmeckt und feuchtes Lackmuspapier rötet. Man erkennt es am Geruch und ſeinem Verhalten zu Lackmus. Schwefelige Säure entfärbt Pflanzenfarbſtoffe; ſo bleicht ſie eine rote Roſe oder ein Veilchen, entfernt Heidelbeer⸗ und Kirſchenflecken und findet deshalb Anwendung zum Bleichen von tieriſchen Stoffen, Wolle, Federn, Seide.— Weinfäſſer, Einmachgläſer u. ſ. w. werden geſchwefelt, um Schimmelbildung zu verhüten. Man nimmt an, daß die ſchweflige Säure die Sporen niederer Pflanzen zerſtört.
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