Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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bemerkbar.— Blattkupfer, auch Phosphor entzünden ſich von ſelbſt in Cl, indem ſie ſich mit demſelben vereinigen.— Sämtliche Metalle verbinden ſich mit Cl, langſam bei gewöhn⸗ licher, raſch bei höherer Temperatur.— Wirft man in eine mit Cl gefüllte Flaſche mehrere Stückchen K oder Na und verſchließt dieſelbe, ſo haben ſich nach einiger Zeit beide Elemente zu einem weißen, ſalzähnlichen Körper verbunden, der ſich bei Anwendung von Na als unſer Kochſalz NaCl erweiſt. Angezündet brennen K und Na weiter.

Cl wurde vpon Scheele 1774 entdeckt, aber erſt von Davy 1810 als Element erkannt.

Ergebnis: Alle Chlormetalle entſtehen durch Ein⸗ wirkung von Chlor auf die Metalle bei gewöhnlicher oder höherer Temperatur und ſind lösliche Salze. Die Vereinigung iſt vielfach mit Wärme⸗ und Lichtentwicklung verbunden. Die chem. Anzieh. des Chlors iſt größer als die des Schwefels und nimmt ebenfalls von K zu Pt allmählich ab.

Brom⸗-, Jod- und Fluormetalle.

Das Element Brom Br iſt eine braune Flüſſigkeit von unan⸗ genehmem Geruch.

Das Element Jod J bildet dunkle, metallglänzende Blättchen, welche die Haut und Papier braun färben. J iſt ſchon bei ge⸗ wöhnlicher Temperatur flüchtig und verwandelt ſich beim Erwärmen in ſchön violetten Dampf. Es iſt in Waſſer ſchwer, in Alkohol (Jodtinktur, Heilmittel) und Ather mit brauner Farbe, in Schwefel⸗ kohlenſtoff mit violetter Farbe leicht löslich. J und kalter Stärke⸗ kleiſter ſind Reagentien aufeinander.

Das gasförmige Element Fluor F iſt kaum darſtellbar, da es alle Stoffe lebhaft angreift.

Verſuche: Wenig Queckſilber und überſchüſſiges Jod in einer Reibſchale zuſammengerieben, verbinden ſich allmählich zu einem roten Pulver, Jodqueckſilber.— Man kann den Vorgang beſchleunigen, wenn man einige Tropfen Alkohol oder Äther zu⸗ ſetzt, weil dann die chem. Anziehung des gelöſten J wegen ver⸗ minderter Kohäſion beſſer zur Wirkſamkeit kommt.— Noch raſcher erfolgt die Vereinigung von Joddampf und Hg. Man ſchütte etwas J in ein Reagensgläschen, ſtelle es wagrecht und bringe einen Tropfen Hg vor J. Beim Erhitzen des letzteren erfolgt die Reaktion.

Ergebnis: Br und J wirken ähnlich auf die Metalle ein wie Cl; nur iſt die chem. Anziehung geringer und zwar bei J noch ſchwächer als bei Br. F hat wohl von allen Elementen die größte chem. Anziehung.