Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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Säuren oder Baſen; d. h. mit einer Säure oder einer Baſe kann man Lakmus nicht nachweiſen, weil noch andere Stoffe außer Lak⸗ mus einen ähnlichen Farbenwechſel erleiden. Die Reagentien müſſen ferner ſcharf ſein, d. h. bei Anwendung einer geringen Menge des zu prüfenden Körpers muß die ihn beſtimmende Er⸗ ſcheinung deutlich wahrnehmbar ſein.

Mineralogiſches.

Allgemeines. Ein Körper kommt entweder in der Natur fertig gebildet vor, wie Diamant, Edelſteine, Bergkryſtall u. ſ. w., oder er wird von Menſchen künſtlich dargeſtellt. Die in der Natur vorkommenden Körper heißen Minerale, deren wichtigſte Eigenſchaft die Kryſtallform iſt.—

Nur ſolche Elemente können in der Natur unverbunden oder gediegen vorkommen, die nicht allzu große chem. Anzieh. zu anderen El. haben. Sonſt finden ſie ſich nur in Verbindungen vor.

Die meiſten Minerale laſſen ſich der chem. Zuſammenſetzung nach künſtlich darſtellen, vielfach jedoch nicht der natürlichen Form nach als Kryſtalle, z. B. Diamant, Sulfide. Andererſeits kommen viele künſtliche Verbindungen in der Natur nicht vor.

Minerale: Von den Nichtmetallen kommen als Minerale nur S und C vor. Kein leichtes Metall findet ſich gediegen in der Natur, von den ſchweren Metallen nur Cu, Ag, Au, und Pt; Fe nur im Meteoreiſen.

Schwefelmetalle kommen in der Natur häufig vor; die wichtigſten ſind: Eiſen⸗ oder Schwefelkies, Zinkblende, Bleiglanz, Kupferkies, Kupferglanz, Zinnober, Silberglanz.

2. Chlormetalle.

Verſuche: Beim Übergießen von Chlorkalk in einem offenen Cylinder mit einer Säure entwickelt ſich ein gelbliches, eigentümlich riechendes, giftiges Gas, das Element Chlor, das 21%½ mal ſo ſchwer iſt wie die Luft und deshalb dieſelbe aus dem Entwicklungs⸗ cylinder verdrängt. Über Waſſer läßt ſich Cl nicht gut auf⸗ fangen, weil 1 vol. Waſſer 2 ½ vol. ClI auflöſt, abſorbiert; Chlorwaſſer.— Feuchte farbige Kattunſtreifen werden durch Cl gebleicht. Auf dieſer bleichenden Kraft beruht die ausgedehnte An⸗ wendung des Cl in der Technik als Bleichmittel für Leinen, Papier u. ſ. w., aber nicht für tieriſche Stoffe, die es angreift. Cl, beſonders in Form von Chlorkalk, wird auch zur Desinfection benutzt, da es ſchädliche Stoffe zerſtört.— Durch dieſe zerſtörenden Eigenſchaften ſowie durch ſeine Einwirkung auf Terpentinöl, in⸗ dem es einen damit getränkten Papierſtreifen ſofort zum Entzünden bringt, macht ſich das Cl durch große chem. Wirkungsfähigkeit