Aufsatz 
Der Buchführungs-Unterricht an Landwirtschaftsschulen
Entstehung
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B. Kealſchule.

Dem Unterrichte der Realſchule liegt der 1879 erſchienene amtliche Lehrplan zu Grunde.

Leſe⸗ und übungsſtoff.

Deutſch: Leſebuch von Engelen und Geerling: 1. Stufe für 6. u. 5. Kl., 2. Stufe für 4. u. 3. Kl., 3. Stufe für 2. u. 1. Kl. Grammatik von Damm und Niendorf. 2. Kl.: Her og Ernſt, Tell, Wallenſteins Lager. 1. Kl.: Wallenſteins Tod, Emilie Walditi Minna v. Barnhelm, Maria Stuart, Iphigenie, Hermann und Dorothea. Litteraturgeſchichte nach Engelen und Geerling.

Franzöſiſch: Plötz Elementar⸗Grammatik: 1. Abſchn. in 6. Kl., 2. Abſchn. in 5. Kl. Plötz Schulgrammatik: Lekt. 128 in 4. Kl., 29 45 in 3. Kl., 4662 in 2. Kl., 63 79 in 1. Kl. Lectures choisies von Plötz in 3. u. 2. Kl., l'expédition en Egypte par Thiers in 1. Kl.

Engliſch: Deutſchbein: Lekt. 130 in 4. Kl., 31 49 in 3. Kl., 50 71 in 2. Kl., 72 94 in 1. Kl. Lüdeking Leſebuch: 1. Teil in 2. Kl., 2. Teil in 1. Kl. 6

Lateiniſch(nicht allgemein verbindlich): Plötz Vorſchule: Lekt. 178 in 5. Abt., 79118 in 4. Abt., Oſtermann V: 1. Teil 1. 6. Abſchn. in 4. Abt., beendigt in 3. Abt.; Oſtermann V: 2. Teil, Oſtermann IV 1.10. Abſchn. und Corn. Nep.

in 2. Abt.; Oſtermann IV zu Ende, Oſtermann III und Caes. de bello Gall. in 1. Abt.

C. Landmirtſchaftsſchule.

Landwirtſchaftslehre. 3. Klaſſe, 3 Stunden wöchentlich.

Sommerhalbjahr: Einführung in die Pflanzenbaulehre durch praktiſche Demonſtrationen auf dem Verſuchs⸗ felde. Es gelangen über 100 Arten der wichtigſten landwirtſchaftlichen Kulturpflanzen zum Anbau; jeder Schüler erhält eine Anzahl Parzellen zur Bearbeitung und hat Buch zu führen über Vorbereitung und Düngung des Bodens, Ausführung der Saat, Entwickelung der Pflanzen, Pflege und Ernte derſelben. Lehrbuch: Roemer, Grundriß der Pflanzenbaulehre.

Winterhalbjahr: Einführung in die Tierzuchtlehre mit Benutzung der reichhaltigen Sammlung von Tier⸗ modellen und durch Demonſtrationen an lebenden Tieren. Die wichtigſten Raſſen des Rindes, Pferdes, Schafes und Schweines; ihre beſonderen Raſſemerkmale und Nutzungseigenſchaften. Lehrbuch: Roemer, Grundriß der Tierzuchtlehre.

2. Klaſſe, 6 Stunden wöchentlich.

Sommerhalbjahr: Ackerbau, 4. St.: Entſtehung und Ablagerung des Bodens, ſeine Beſtandteile, ſeine all⸗ gemeinen Eigenſchaften, die wichtigſten Bodenarten. Boden und Klima, die meteorologiſchen Stationen und ihre Bedeutung für die Landwirtſchaft. Die Bodenverbeſſerung, Entwäſſerung durch offene Gräben, Drainage. Die Bodenbearbeitung und die ent⸗ ſprechenden Geräte: Handgeräte, Pflug, Egge, Walze. Das Saatgut, Ausführung der Saat, Pflege und Ernte; die entſpechen⸗ den Geräte und Maſchinen.

Obſt⸗ und Weinbau, 2. St.: Arten des Kern⸗, Stein⸗, Schalen⸗ und Beerenobſtes. Die Vermehrungsarten, die Veredelung. Die Baumſchule. Die Anpflanzung der Obſtbäume. Sortenwahl nach Verwendungszweck, Boden und Lage. Die Arten der Weinrebe; Vermehrung und Erziehung; Anſprüche an Klima, Lage und Boden; Anlage, Behandlung und Düngung der Weinberge. Lehrbücher: Krafft, Ackerbaulehre; Lucas, Obſtkultur; Wiedersheim, der Weinbau.

Winterhalbjahr: Ackerbau, 2 St.: Düngerlehre: Zweck der Düngung, abſolute, relative und indirekt wirkende Düngemittel. Stallmiſt und ſeine Behandlung, Jauche, menſchliche Exkremente, Kompoſt; ſtickſtoff⸗, phosphorſäure⸗ und kali⸗ haltige Düngemittel; Gips, Kalk und Mergel. Die Gründüngung.

Tierzucht, 2 St.: a) Züchtungslehre: Art⸗ und Raſſebegriff; die Vererbung und Anpaſſung; die Methoden der Züchtung. Die Aufzucht. b) Fütterungslehre: Allgemeine Bedingungen für den Wert der Futtermittel, Futtermittelarten, Zubereitungsmethoden, Zuſammenſetzung der Futterrationen für verſchiedene Zwecke, Futterberechnungen, das Füttern. c) Die Pflege: Reinlichkeit, Putzen, Miſten, Stalltemperatur, Lüften; die Stallanlage. Lehrbuch: Roemer, Grundriß der Tierzuchtlehre.

Muchführuna, 2 St.: Einfache Buchführung: Tage⸗ und Arbcitsbuch, Kaſſenbuch, Haushaltungsnaturalrechnung, Inventur⸗Schlußrechnung mit Reinertragsberechnung.

1. Klaſſe, 8 Stunden wöchentlich.

3 Sommerhalbjahr: Wieſenbau, 1 St.: Die Wieſengräſer; die Anlage neuer Wieſen, die Planierung, Ent⸗ wäſſerung; Bewäſſerung, Waſſer und Boden; die Staubewäſſerung, der Hangbau, der Rückenbau, die Peterſen'ſche Drain⸗ bewäſſerung, Düngung, Verjüngung, Pflege und Ernte. Die Heubereitung, Braunheu, Sauerheu, Enſilage und Preſſen.

. Milchwirtſchaft, 1. St.: Die Milch, das Melken, Behandlung der Milch, Rahmgewinnung, Buttergewinnung, Käſebereitung; die Genoſſenſchaftsmolkereien. 3

Buchführung, 2. St.: Getreideregiſter, Molkereiregiſter, Rindviehzucht⸗ und Probemelkregiſter; Tagelohnregiſter, Beſtellungs⸗ und Ernteregiſter. Die Grundſätze der doppelten Buchführung. Anlage des Hauptbuches mit Produktions⸗ und Hülfskontis. Contocorrent.

Betriebslehre, 2. St.: Die Betriebserforderniſſe. Das Grundkapital: Ackerland, Ackerklaſſifikation; Wieſen, dauernde Weiden, Gartenland, Holzung und Wald; Gebäude, Wohnhaus, Stallung und Scheune, Gebäudeunterhaltung; der Wirtſchaftshof, Lage und Einteilung der Flur. Das Betriebskapital: Geräte und Maſchinen, Nutzvieh, die tieriſchen und menſchlichen Arbeitskräfte; die umlaufenden Betriebsmittel. Lehrbuch: Strauch, landwirtſchaftl. Betriebslehre.