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welche die einzelnen Geräte beſtimmt ſind, in beſondere Abteilungen gebracht werden. Dem Tagelohn⸗ Regiſter wird noch ein Arbeitsjournal beigefügt, welches für jeden Tag nachweiſt, wieviel Hand und Ge⸗ ſpannarbeit in den einzelnen Betriebszweigen geleiſtet worden iſt und zugleich den Geldbetrag des Tagelohns.
Die Zahl und Art der Konti richtet ſich nach den Wirtſchaftsverhältniſſen und nach der Zeit und Gewandtheit, welche dem Buchführenden zur Verfügung ſtehen. Für den Anfang und für Unterrichtszwecke empfiehlt es ſich, möglichſt wenige Konti aufzuſtellen, etwa Ackerbau⸗, Wieſenbau⸗, Milchvieh⸗, Schweine⸗ Konto, Kaſſen⸗, Tagelohn⸗, Zugvieh⸗, Geräte⸗ und Haushaltungskonto.* Man unterſcheidet Haupt⸗ oder Produktionskonti und Neben⸗ oder Hülfskonti. Zu den erſteren gehören alle Konti, welche einen Reinertrag liefern können, wie Ackerbau⸗ und Viehzuchtkonti, während die Nebenkonti nur die Führung der Haupt⸗ konti ermöglichen oder ergänzen, wie Kaſſenkonto, Tagelohnkonto.
Beim Jahresſchluß werden in der Regel zuerſt das Nutzviehkonto, dann das Zugviehkonto und hierauf die übrigen Konti abgeſchloſſen. Ein auf der einen Seite z. B.„Hat geliefert“ ſich ergeben⸗ der Überſchuß wird unter dem Namen„Saldo Hat geliefert“ als letzter Poſten auf der anderen Seite zugeſchrieben. Die Hülfskonti müſſen ſich ſtets ſaldieren oder ausgleichen, d. h. auf beiden Seiten die gleichen Summen ergeben.
Die früher beſprochene Vermögensaufnahme kann als Jahres⸗Abrechnungskonto in der Weiſe in das Hauptbuch aufgenommen werden, daß unter„Hat erhalten“ der Wert von Grund⸗ und Betriebs⸗ kapital(nach ſeinen einzelnen Teilen geordnet) am Anfange des Rechnungsjahres, unter„Hat geliefert“ der Wert am Ende des Rechnungsjahres eingetragen wird. Die Vermögenszunahme erſcheint dann unter „Saldo Hat geliefert“. 3
Zuletzt wird die Bilanz(Gleichgewicht) oder das Saldo⸗Konto aufgeſtellt, indem ſämtliche Saldi der abgeſchloſſenen Konti nach der Seite, auf welcher ſie ſtehen, zuſammengeſchrieben werden. In unſerem Beiſpiele erſcheinen dann unter„Hat erhalten“ nur das Haushaltungskonto(in anderen Fällen ein Privat⸗Kaſſenkonto oder herrſchaftliches Konto) und das Jahresabrechnungskonto, unter„Hat geliefert“ das Ackerbau⸗, Wieſenbau⸗, Milchvieh⸗ und Schweinekonto. Hat ein Betriebszweig mit Verluſt abge⸗ ſchloſſen, ſo erſcheint deſſen Saldo unter„Hat erhalten“. Die Bilanz ermöglicht demnach mit einem Blicke eine Überſicht über die Erträge der einzelnen Betriebszweige und giebt die Richtung an, nach welcher der Betrieb möglichſt auszudehnen, aber auch nach welcher er einzuſchränken iſt. Haben die Schüler ein⸗ mal eine Bilanz mit Verſtändnis aufgeſtellt, ſo werden ſie ſpäter auch ſicherlich in der eigenen Wirtſchaft ſich für die doppelte Buchführung entſcheiden.
Welche Einrichtung und Benennung die einzelnen Buchführungsformulare haben, iſt im großen Ganzen ziemlich gleichgültig. Es exiſtieren ſoviele Buchführungsſyſteme, als es landwirtſchaftliche Schrift⸗ ſteller über dieſen Gegenſtand giebt, und noch einige mehr. In der Praxis mag jeder Landwirt die Form ſeinen wirtſchaftlichen Verhältniſſen anpaſſen oder mag ſich die Paſſendſte ausſuchen. Der Zweck dieſes Aufſatzes, der in techniſcher Beziehung nur altbekannte Dinge enthält, beſteht darin, diejenige Methode des Unterrichts in der Buchführung zu erläutern, die auch Schülern jüngeren Alters ein Verſtändnis ermöglicht, ſie vor mechaniſcher Schreiberei bewahrt und zu ſelbſtſtändigem Denken anregt.
Früher bewegte ſich das Leben und die Thätigkeit des Landwirtes in eng begrenzter Schablone, jeder wirtſchaftete nach der Väter Weiſe und teilte gute und ſchlechte Ernten mit dem Nachbar. Heute iſt der einzelne Landwirt unabhängiger und ſelbſtſtändiger, der wirtſchaftliche Kampf aber auch ein ſchärferer, die Konkurrenz der noch ſchwach bevölkerten Ackerbauſtaaten eine drohendere, der Landwirt muß nicht allein mit der Hand, ſondern auch mit dem Kopfe arbeiten, und wer es nicht verſteht, mit den Fortſchritten der Wiſſenſchaft und Technik voranzuſchreiten, muß unterliegen. Den ſicherſten Aufſchluß über den Erfolg aller neuen wirtſchaftlichen Maßregeln gewährt aber nur eine richtige Buchführung.
* Für größere Wirtſchaften iſt noch ein Kontokorrent(laufende Rechnung) zu führen für alle nicht gegen baar er⸗ folgenden Einkäufe oder Verkäufe, und es kann von den Schülern auch Kontokorrent mit Tageszinſen und Zinszahlen geübt werden.


