Deutschland befindet sich in einem Kampfe, wie es ihn noch nie erlebt hat. Die drei größten europaäischen Weltmächte haben sich verbündet, um das deutsche Reich sowie Osterreich-Ungarn zu vernichten. Nicht genug damit, naben unsere Feinde sich auch mit Erfolg bemüht, asiatische, afrikanische, australische und amerikanische Vôlkerschaften gegen uns in das Feld zu führen. Auf Frankreichs Boden kämpfen gegen unsere Heere fast alle möglichen Vôlker— schaften, die nach den neuesten Nachrichten durch japanische Instruktions-Offiziere mit der deutschen Kriegskunst vertraut gemacht werden sollen. Seit einem halben Jahre tobt der Krieg in fast allen Erdteilen, besonders da auch die Türkei sich aufgerafft hat, um das Joch, unter das England und Rutsland dies Reich zwingen wollten, abzuschütteln. Un- geheure Opfer hat der furchtbare Krieg schon gefordert, und gewaltige Opfer werden noch gebracht werden müssen, bevor die Menschheit wieder zum Frieden gelangen wird. Wie der Weltkrieg enden, wie die Welt sich nach seinem Abschlusse gestalten wird, vermag heute noch niemand zu sagen. Soviel ist aber sicher und kann jetzt schon mit Bestimmtheit ausgesprochen werden: Deutsch- land ist militärisch nicht niederzuzwingen und auch wirt— schaftlich nicht zu vernichten. Das müssen auch unsere zahlreichen mächtigen Gegner eingesehen haben, das haben sie wohl auch schon vorher geahnt und gefürchtet. Darum sind sie überall in der Welt um Hilfe betteln gegangen, darum haben sie die Herzen und Seelen der Neutralen be- stürmt und bedroht, darum haben sie sich über alle Ge—
Aufsatz
Lehren des Weltkrieges für die höheren Lehranstalten / von Karl Knabe
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