Das Gleichnis von den gottlosen Weingärtnern ausgelegt von
Ernſt Klinckerfues.
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Zum rechten verständnis der gleichnisrede Jesu von den gottlosen weingärtnern ist es nötig, die vorhergehenden in engem zusamenhange damit stehenden begebenheiten zuvor in kurzen zügen zu betrachten.
In einem neuen abschnitte schildern die Synoptiker(Mth. 21. Mc. 11 und Luc. 19, 29) die wirksamkeit Jesu in Jerusalem wärend seiner letzten tage vor seinen leiden. Nachdem der Herr soviel als möglich in der stille, bald an diesem, bald an jenem orte von Palaeslina, sein prophetenamt ausgerichtet, unter vielen erweisungen seiner Messiaswürde das volk Israel belehrt, damit es Ihn erkenne aus Mose und den Propheten, und dabei so oft die nach- stellungen seiner feinde zu nichte gemacht hatte; mußte er nun, gemäß den weißagungen, auch öffentlich vor den augen und oren von ganz Israel sich kund thun als den verheißenen Messias und König, da die zeit seines leidens und der offenbarung seiner herlichkeit gekomen war.
Am 6. tage vor dem Paschafeste(Sontag, den 9. Nisan) war Jesus von Ephraim, einem flecken 20 m. p. nördlich von Jerusalem,(cf. Euseb. Onom. s. v. EEo⁴.⁵ν) in der nähe von Bethel(cf. Joseph. bell. jud. 4, 9. 9) und unweit der wüste(Joh. 11, 54), wohin er sich nach der auferweckung des Lazarus vor den nachstellungen der Hohenpriester und Pharisäer zurückgezogen hatte, nach Bethania zurückgekomen(Joh. 12, 1. 2). Im hause Simonis des (ehemals) Ausfätzigen, so berichten Mth. 26, 6 und Mc. 14, 3(nach Joh. unbestimmt), fand er gastliche aufname und durch die salbung den letzten beweis der herzlichen liebe der Maria.
Am anderen tage(Montag, den 10. Nisan) brach Jesus von Bethania auf in begleitung seiner jünger und vieler juden, reitend auf einem esel; denn diesmal will er nicht unbemerkt wie sonst in die stadt komen, sondern öffentlich einziehen und die ehre in empfang nemen, die Ihm gebürt. Nicht ohne wirkliche zeichen seiner königlichen Majestät, unter dem zu- jauchzen des volkes, das ihm zum teil auch entgegengekomen war(Joh. 12, 13), hielt er seinen feierlichen einzug(Mth. 21, 1— 9. Mc. 11, 1— 10. Luc. 19, 29— 38. Joh. 12, 12— 18)
und erfüllte die weißagung des propheten Zacharias, der da spricht:»du tochter Zion, freue . 1


