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Die„terra sigillata“ ſtammt gleichfalls aus dem Oſten, war vielleicht auf Samos, beſtimmt aber in Agypten fabrikmäßig her⸗ geſtellt worden. Sie ſpielte damals die Rolle unſeres guten Por⸗ zellans. Den augenſcheinlichen Beweis für die Metallvorlage dieſer Keramik iſt die Nachbildung des Ateiusbechers in Mekall, ferner die Tatſache, daß ſich Silberbecher derſelben Form in Hildesheim gefunden haben ¹⁰.
Wir verfolgen jetzt an Hand einzelner Proben den Weg der Sigillata von Oſten nach Ikalien.
Wandſchrank 1: Sigillata ägyptiſcher Herkunft.
Wandſchrank 12: Dieſe keramiſche Neuheit hat ſich raſch nach Weſten verbreitet. Schon im 2. Jahrhundert, vielleichk ſchon etwas früher, finden wir ſie in Puteoli; die Scherben zeigen!
Warum gerade hier? Günſtige Lage als Hafen an einer Bucht weſtlich Neapel. Zwar von Samnitern gegründet, aber ſeiner günſtigen Lage wegen ganz unter griechiſchem Einfluß 1.
Warum auch mit der Zeit Fabriken für terra sigillata in Pukeoli?— Verbilligung der Waren durch Wegfallen des Transports mit ſeinem Riſiko.
Vorausſetzung: Vorhandenſein der notwendigen Tonerden.
AÄhnliche Bedingungen ließen die Fabrikation in Arrekium (ſ. die Gefäße über den pukeolaniſchen Funden, z. B. Nr. 22833/34) lohnend erſcheinen. Arretium, am Arno, am Weſtappenin gelegen, bildet den Ausgangspunkt für den Handel nach Gallia cisalpina. Außerdem war hier eine alte Mekallinduſtrie beheimatek, und das Vorkommen guter Tonerden hatte die Fabrikation von Schwarzfirnisware mit ähnlichen Skempeln, wie auf der Sigillata, begünſtigt.
Vitrine 6: Den tkaliſchen Originalbecher O. 7611 be⸗ trachten!
Fenſterpult4: Formen und Probeſcherben aus Arretium.
Fenſterpult5: Weitere Beiſpiele aus Kleinaſien, Grie⸗ chenland und in der rechten Hälfte: Italien, darunker das Emblem der Alexandria(ſiehe Abb. 11 auf der Titelſeike).
40 Der Ateiusbecher wurde im Jahre 1901 im Bereich des großen Wohngebäudes im Mainzer Lager gefunden und befindet ſich jetzt in den ſtädtiſchen Sammlungen. Vgl. Altertümer heidniſcher Vorzeik, V, S. 151. Über dieſelben Formen aus anderem Material ſiehe Behn, Kat. II, S. 145.
41 In der Kaiſerzeit Landungsplatz für den überſeeiſchen Perſonen⸗ verkehr nach Rom, Ausgangspunkt der via Domitiana.


