Aufsatz 
Museum und Schule : 2. Teil
Entstehung
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Frage an die Schüler: Woher wiſſen wir etwas über das Aus⸗ ſehen der Häuſer der älteren Zeiten? Beſchreibung der Häuſer: teils rund, teils viereckig mit Giebeldach, Sockel aus Holzbalken oder Stoin, Wände aus dünnen Stämmen oder Brettern, die durch Flechtſeile zuſammengehalten werden. Die Türen ſind meiſt viereckig 2²⁰.

Fortſetzung der Führung: Saal 23(im zweiten Stock).

Zwiſchen den Fenſtern: Eine andere Epiſode von der Marcus⸗ ſäule: Kampf in einem Markomannendorf; nur Rundhütten in der eben beſchriebenen Art. Schlußfolgerung: Die Germanen haben Viereckshäuſer und Rundhütten, die einzelnen Stämme aber ſcheinen ſich wie die Markomannen für die eine oder andere Art zu entſcheiden.

Hier wird man die Schüler mit einigen Schriftſtellernotizen bekannt machen, die von den Wohnungen der Germanen und Kelten berichten, damit ſie erkennen, daß dieſelben Grundformen auch bei Nichtgermanen Geltung haben, ſo daß eine Scheidung nach nationalen Haustypen nicht das Richtige iſt ²¹.

Wir gehen nach Saal 22:

Weitere Auskunft auf die eingangs geſtellte Frage nach den Grundlagen unſeres Wiſſens von den alten Wohnverhältniſſen geben die Hausurnen(auf und unter den Tiſchen zwi⸗ ſchenden Fenſtern)). Sie ſind die Leitformen der germani⸗ ſchen Kultur gegen Ende der Bronzezeit, als man im Süden ſchon Eiſenwaffen kannte, und ſtammen aus dem Harz und der nord⸗ deutſchen Tiefebene. Den Kelten ſind ſie fremd. Aber: welche Hausformen? Erdkuppelhütten, Rundhütten mit Schilf oder Stroh

²0 Nach K. Schumacher, Germanenkakalog, Nr. 28 und Ph. 12.

21 Sktrabon über die Kelten(4, 4, 5); Plin. n. h. 16, 3, 4, 156; Tac. Germ. 16.

Der Primaner wird, von dieſen Schriftſtellern ausgehend, folgende Anhalkspunkte für ſeine Ausführungen benutzen: Aus Strabon: Häuſer aus Brettern und Rutengeflecht mit Rohrdach. Dieſe von Plin. beſtätigt als Teil ärmlicher Hütten(casa oder tugurium). Das tugurium wird von den Wörterbüchern als Hütte oder Schuppen' erläutert, deſſen Dach aus Stroh, Raſen oder Rohr bis auf die Erde reicht(z. B. Georges). Weitere Beſonderheiten ſind Regenwaſſergruben in vestibulo domus' (16, 4), und die unterirdiſchen Aufenthaltsräume der Spinnerinnen(19, 8). Subterraneos specus kennt auch Tac., ſpricht aber den Germanen die Verwendung von Bruch⸗ oder gar Backſteinen ab. Er läßt ſie nur einen unanſehnlichen Bauſtoff verwenden, der mit reiner, weißer Erde beſtrichen unſer Fachwerk iſt. Auf dieſer Grundlage kann die Führung durch den Primaner denſelben Weg gehen, wie die der Sekundaner. Nur wird der Primaner mehr die Schriftſtellernachrichten kritiſieren.