Aufsatz 
Museum und Schule : 2. Teil
Entstehung
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d) DieWachkparade auf einem

anderen ſchwarzen Gefäß aus Hagia Triada(Nr. 28325, mit Aufrollung), Mittel⸗ ſchrank 6.

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d) Boſſert, Abb. 234, T. 173.

Grabplatte aus dem V. Schacht⸗ grab, Kampf auf Streitwagen.

Bruchſtück eines Silbergefä⸗ ßes mit Darſtellung einer be⸗ lagerten Stadt(aus Myhkene, Kat. IV, 860, 17559, im Fen-

ſterpult 7).

Dieſe Nebeneinanderſtellung läßt den Unterſchied in der Lebensauffaſſung zwiſchen Kreta und dem Feſtland deutlich werden. Hier fehlt faſt jede harmloſe Szene, wenn wir von dem Delphin⸗ becher abſehen. Das andere friedliche Bild mit dem zahmen Stier ſtellt ſich, als Gegenſtück zur Stierjagd, nur als das Ende eines gefährlichen Unkernehmens dar. Es unterſcheidet ſich daher in⸗ haltlich ſtark von dem feſtlich geſchmückten Mann im Lilienfeld oder gar von dem Erntearbeiterzug mit ſeinem faſt karnevaliſtiſchen Einſchlag. Beachte aber die Übereinſtimmung, wie der dahin⸗ ſtürmende Stier auf dem Vaphiobecher und dem Rhykon von Hagia Triada wiedergegeben wird. Was den Kretern die athle⸗ tiſchen Spiele waren, waren dem Feſtland die Jagd mit gefähr⸗ lichen wilden Tieren. Nur die Akrobatik am dahinſtürmenden, abgerichteten Stier war beiden gemeinſam. Wie ſteht es erſt mit der Bereitſchaft zum Kampf? Die Soldaten der Wachtparade aus Hagia Triada erinnern in ihrer ganzen Haltung an die Bürger⸗- garden derguten, alten Zeit. Die merkwürdige Schildſorm mit den ſeitlichen Zipfeln ſcheint ſich ſo erklären zu laſſen, daß es ſich um Häute handelt, die in ganz primitiver Weiſe über einen Holzrahmen geſpannt ſind. Um wieviel entwickelter kritt uns die Kampfbereikſchaft auf dem Feſtland enkgegen: Bei der Löwenjagd, die mit Lanze und Bogen unternommen wird, finden wir zwei Arten von Schilden: beide manndeckend, an einem Riemen, der von der linken Schulter zur rechten Achſel läuft, hängend, ſo daß gegebenenfalls die Hände frei ſind, aber in der Form verſchieden: die einen viereckig, die andern in Geſtalt einer Acht.(Hierzu das Schildornament aus Tiryns, Boſſert, Abb. 208, Taf. 1551) Das Bruchſtück mit der belagerten Stadt zeigt uns nicht nur die Bewaffnung, ſondern lehrt auch, daß man eine beſtimmte Taktik bei der Aufſtellung des Heeres innehielt: Schleuderer, Bogen⸗ ſchützen und dann die Schwerbewaffneten, diesmal mit zylindriſchen Schilden⸗ ebenfalls umgehängt, ſo daß die Krieger die Hände frei

aben.

Ein kriegeriſcher Volksſtamm wohnt auf dem Feſtland, wäh⸗ rend auf Kreta friedlicheren Zielen nachgeeifert wird.

Wieder vergleichen die Schüler raſch am Fenſterpult 7 den Geſamtplan von Tiryns mit dem von Knoſſos(Boſſert,