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So wollt' es— ach!— zum Leid der Eltern die Natur.
Ein halbes Jahr nur lebt es und der Tage acht:
Erblühte mit der Roſ', verging zugleich mit ihr!“ (Oſiander) 3⁰.
Charakteriſtik der T.: verhältnismäßig gebildet— Inhalt— Wahl des nicht leichten Metrums. Sich aber zu viel zugetraut, wie die holprigen Verſe, Verzicht auf Elliſion lehren; anſpruchsvoll, vgl. das Verwerfen des einen Steines.
Vergleich mit Jucundusſtein fällt ſowohl in Bezug auf den Verfaſſer der Inſchrift wie in Bezug auf den Steinmetzen zu⸗ gunſten des zirka 150 Jahre jüngeren Telesphorisſteines aus.
Hier iſt die Gelegenheit, wo kurz die den Jucundusſtein be⸗ treffende Aufgabe erledigt wird.
Für die Zuſammenſetzung der rheiniſchen Bevölkerung ge⸗ winnen wir unter Hintanſetzen des Zeitunterſchieds bis jetzt zwei Elemenke: Römer und ihre Freigelaſſenen, Griechen, alle in guten Verhältniſſen lebend, verhältnismäßig gebildet, je nach Herkunft verſchiedenen Geſchmackes.
Mit einem dritten Bevölkerungselement machen uns der Bluſſusſtein und der neugefundene Grabſtein aus Weiſenau be⸗ kannt. Zur Orientierung Inſchrift des Bluſſusſteines: Ein Reeder, an den hier ein Familiendenkmal erinnerk, ebenſo an ſeine Frau, ſeinen Sohn und ſeinen Hausſklaven(verna auf der Vorderſeitel). — Soziale Lage des Sklaven?(vgl. Jucundus.)
Beſchreibung des Steines: Im Hochrelief drei Perſonen: Mann und Frau auf einem zweiſitzigen Sofa, biclinium, da- hinter ein junger Mann(mit der bullal), Satto oder Primus. Bluſſus: kurzgeſchoren, Leibrock bis auf die Waden, ärmelloſer Mantel darüber, der allſeitig geſchloſſen war, von einem Loch ab⸗ geſehen, durch das man den Kopf ſteckte(Abart des gall. Sagums!). Der dicke Wulſt um den Hals iſt die zugehörige Kapuze(cucul- lus ³⁷). In der linken Hand trägt er einen Beutel, der aber nicht
36 Der Vergleich mit der Roſe iſt ſonſt in der antiken Literatur nicht belegt. Um ſo geläufiger iſt er uns.
Eine ſchöne Parallele bringt Oſiander(ſ. Anm. 331) aus der fran⸗ zöſiſchen Literatur: Malherbe, der Erneuerer der franzöſiſchen Literatur, tröſtet 1607 ſeinen Freund, der ſich über den Verluſt eines Töchterchens grämte, in einer poetiſchen Epiſtel folgendermaßen:
„Mais elle estoit du monde, où les plus belles choses Ont le pire destin.
Et rose elle a vécu ce qui vivent les roses l'espace d'un matin.“
37 Vgl. Kugel' in„Kugel'Gugel'⸗mann für Kapuziner und den „Gugelhupf'.


