Aufsatz 
Museum und Schule : 1. Teil
Entstehung
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(c. 7). Den Anſchluß an das Mittelalter könnten Proben aus Ekkehards Waltherlied ¹3 vermitteln ¹4.

Dieſer Leſeſtoff gibt in Verbindung mit den Boden⸗ urkunden der Mainzer Muſeen, im beſonderen des Römiſch⸗ Germaniſchen Central-Muſeums, ein lebensvolles Bild von der engen Berührung des lateiniſchen und deutſchen Kulturkreiſes.

Dem Schüler aber dürfte die Beſchäftigung mit dieſen Dingen nicht mehr unnütz erſcheinen, beſonders wenn er auch aus Proben des mittelalterlichen Lateins, z. B. Aneas Silvius, Germanica, die ebenfalls in den Lehrplan zur Abrundung auf⸗ genommen werden müßten, erkennt,was Roms über vier Jahr⸗ hunderte dauernde Herrſchaft nicht nur für das Werden der rheiniſchen Kultur, ſondern des deutſchen Volkes überhaupt be⸗ deutet hat ¹5.

Aber auch bei dem jetzt geltenden Lehrplan, worin dieſe Kon⸗ zentrationsmöglichkeiten mit der lateiniſchen Lektüre noch nicht in dem eben ſkizzierten Umfang gegeben ſind, ſollte das Realgymna- ſium ſeine der zu löſenden Aufgabe günſtige Nachbarſchaft zu den Muſeen ausnutzen. Dazu wird es ſchon gezwungen, wenn die Übungen an ſeinem Seminar ſich auch auf Stunden im Muſeum ausdehnen ſollen(ſiehe oben S. 4). Einige Beiſpiele aus der Praxis, die zeigen ſollen, was unter dem geltenden Lehrplan mög⸗ lich iſt, wird der II. Teil der Arbeit bringen.

Wenn nänlich in dem vorausgegangenen Abſchnitt das Latein ſtärker in den Vordergrund gerückt war, ſo muß jetzt doch unbe⸗ dingt betont werden, daß es nicht die Abſicht iſt, den Beſuch der vor- und frühgeſchichklichen Sammlungen ausgerechnek nur dem Latein vorbehalten zu wollen. Das wäre ein ebenſo großer Feh⸗ ler, als wenn nur das Deutſche ¹6 oder nur die Geſchichke ¹7 ſich

13 Ekkehards Waltherlied, für den Schulgebrauch eingeleitek von Dr. phil. Klaudius Bojunga; G. Freytag, G. m. b. H., Leipzig 1923.

14 Die auf das Rheinland bezüglichen Stellen: A. Rieſe, Das rhein. Germanien in der antiken Litterakur, Leipzig 1892, Nachtrag, VIII. Be- richt der Röm.-Germ. Kommiſſion von 1913, Bonn 1914. Vgl. die überſetzungen der verſchiedenen Schriftſteller: Die Geſchichkſchreiber der deutſchen Vorzeit, herausg. von K. Brandt, Dyk'ſche Buchhdlg., Leipzig.

15 v. Duhn, Feſtrede, gehalten bei der Feier des 75 jährigen Be⸗ ſtehens des Röm.-Germ. Central⸗Muſeums, Mainzer Ztſchr. XXII, 1927. Bei dieſer Gelegenheit ſei auch auf die von der Direktion des Röm. Germ. Central-Muſeums herausg. Feſtſchrift zur Feier des 75 jähr. Be⸗ ſtehens des Röm.⸗Germ. Central⸗Muſeums zu Mainz, Mainz 1927 (Wilckens), aufmerkſam gemacht.

16 K. Kahle, Die Vorgeſchichte in den Richklinien und im Unterricht, Deutſches Philologenblatt, XXXV, 1927, Nr. 35, S. 555.

17 Zeitſchrift für Deutſchkunde, 1927, H. 7/8, S. 545: Welche Kennt⸗ niſſe in der Alkertumskunde muß man vom Deutſchlehrer verlangen, und wie kann der im Amte ſtehende ſie erwerben?