des Germanicus mit(II. 16.) Unter Galba finden wir sie in Pannonia(Tac. hist. II.); wann sie dahin kam, ist nicht gewiss. Grotefend(Real-Encycl. a. a. 0. S. 892.) lässt sie schon unter Claudius dorthin ziehen; dann würen von jetat bis- Vespasian nur drei Legionen am Oberrhein; dass aber vier bis tief in die Regierungszeit des Nero dort standen, sagt ausdrücklich Agrippa in einer Rede, die er im J. 65 an die aufrühreri- schen Juden hält(Joseph. b. Jud. II. 16.). Die Legio XVI wird also erst nach jenem Jahre unser Land verlassen haben. Borghesi(a. a. O. S. 159) glaubt, dass sie die Legio Germanica sei(Tac. hist. I. 6.), welche wegen des Feldzuges, den Nero gegen die Albaner am kaspischen Meere vorhatte, von ihrem Standorte abberufen, aber wegen der Empörung des Vindex unterwegs aufgehalten worden sei. Die Legio hatte aber bereits bei Petovio(Petau in Steiermark) ihre hiberna(Tac. hist. III. 1.), was nicht auf einen Durchzug hindeutet. Von Pannonien aus, wo als ein Tribun derselben Suetonius Lenis, Vater des Geschichtschreibers Cajus Suetonius Tranquillus(vit. Oth. 10.) erwähnt wird, nahm sie am Bürgerkriege bei Nero's Tod thätigen Antheil; nach demselben kam sie wieder nach Pannonien zurück, unter Trajan nach Dacien ²⁵⁸); in beiden Ländern finden sich noch viele Inschriften derselben. 3
Sie führte den Beinamen gemina, der schon bei Tacitus vorkommt ²⁰⁶), ferner pia fidelis, diesen letzteren auch auf älteren Denkmälern, daher schon am Rhein; an der Donau heisst sie nach den Kaisern Antoniniana, Severiana, Gordiana. 2
Diese Legion hat sehr wenige Denkmäler am Rhein hinterlassen; hier in Mainz, wo sie um die Mitte des ersten Jahrhunderts gewesen zu sein scheint, ist nur ein Grabstein von ihrem Kundschafter Publius Urvinus vorhanden(im Museum, Katalog 85.) Die Legion hat hier keinen Beinamen. Fuchs fand bei seinen Ausgrabungen mehrfach Backsteine mit dem Stempel L. XIII Gemina und L. XIII Gemina Pia Fidelis(Gesch. I. S. 133 nebst Abbildungen.) und bemerkt(S. 370.):„von der vördersten Spitze des Linsenberges bis vor den Salzberg habe ich nur roth gebrannte Steine von den Begräbnissen der gemeinen Soldaten der XIII Legion gefunden.“ Anderwärts findet sich in Obergermanien keine Spur dieser Legion ²⁷).
IEGlo II ALeSIA.
Von den fünf Legionen, welche die Zahl II führten, ist diejenige, welche den Beinamen Augusta hatte, die älteste; sie ist daher auch zu verstehen, wenn kein Beiname beigefügt ist. Eine zweite Legion kommt natürlich schon frühe in den Zeiten der Republik vor, aber erst von der II Legion, welche Caesar in Hispanien hatte(bell. Alex. 53), kann man annehmen, dass sie bis in die Kaiser- zeit fortdauerte; der Name Augusta scheint zwar auf eine Errichtung durch Augustus hinzudeuten, da
²3) In Mainz war früher(1517) der Grabstein von Aurelius Germanus, von Geburt ein Dacier; früher soldat der Legio XIII, als er starb, Soldat der-I Cohors praetoria; dieses Denkmal fällt wenigstens in die Zeit nach Trajan; Lehne 273. 4
²6) Nur hist. III. 7, sonst ohne Beinamen, wie ann. I. 37; hist. IlI. 11 u. s. w. Aeltere(z. B. Schmidt, Gesch v. Hessen II. S. 419.) haben zyvei Legionen dieser Zahl annehmen wollen; allein was wir von ihr wissen, widerspricht dieser Ansicht. Schon Fuchs, 1. S. 132, hat so ziemlich das Richtige.
27) Der Grabstein eines Veteranen in Zurzach beweisst keinen Aufenthalt der Legion daselbst(or. Hel. 260.) Dies das einzige Denkmal, welches von den 4 damals in Obergermanien stehenden Legionen in dem hierher gehörigen Theile der Schweiz übrig ist.(Der Grabstein der Tochter eines Tribunen der Legion in Genf ist unecht, Or. Hel. 105.)


