Aufsatz 
Entstehung und Komposition des Marienburger Tresslerbuches. Ein Beitrag zur Kritik mittelalterlicher Rechnungsbücher
Entstehung
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Viertes Kapitel. Die Vorlage.

§ 1) Die Art der Quellenbenutzung.

Aber Kürzungen am Originale sind nicht nur hier, sondern überhaupt gegenüber allen Arten von Aufzeich- nungen üblich, so bei Rechnungen,¹) Lohnverträgen,*) Ab- rechnungen. Aber auch den Einträgen, die von ihm selber herrühren, fügt er oft kurze Bemerkungen hinzu, die nur jemand machen kann, der eine genauere und ausführ- lichere Fassung vor sich hatte. So notiert er 345, 3839: item 100 m. unserm homeister... Grudencz komp- thur oder 449, 8 9:item 4 halbescoter, den hering in das schiff zu brengen(Wytowt)... 76, 23 25:item 1 m. vor 1 falken..; der huskompthur gab ym(wem?) das gelt; abir 1 m. vor l falken....; der huskompthur gab ouch Peter felkener das gelt.( es ist aber vorher von dem Falkner Peter gar nicht die Rede ge- wesen); 306, 10 11:item 9 m. den rordeckern, die furen ouch in dem vorgeschreben schiffe.(dies Schiff ist bisner noch nicht genannt worden) 251, 67: item 3 m. vor 3 tonnen methe zu dem andern mole in die buwunge ken Ragnith gesandt; Domnig der wyting und so noch häufig sonst. Der Tressler hat also an den ursprünglichen Aufzeichnungen starke Kürzungen vorge- nommen und wir können von keiner einzigen Stelle mit Bestimmtheit sagen, dass sie das Original genau wiedergiebt.

Aber auch durch Zusätze verändert er sie. So die Rechnungen, so auch seine eignen Notierungen. Z. B. ist 31, 10 11:item 1 m. und 8 scot eyme werkmeister, der zu Gotswerder die rosmole saczte und vortrang zu Gotswerder vor 4 wochen der Schluss der Notiz selbstverständlich späterer Zusatz und wahrscheinlich ent- ¹) oben p. 23. ²) p. 36 f. mit Anm. 1, 2 zu p. 37.