Aufsatz 
Die Reptilien und Fische des Herzogthums Nassau : Verzeichniss und Bestimmungstabelle / von C. L. Kirschbaum
Entstehung
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In das Verseichniss der Fische sind 5 die als Eingeborne stets vorhandenen, 2) die er Laichzeit regelmässig einwandernden und nachher wieder zurückkehrenden, wie Salmo Salar Va 3) die zufällig selten erscheinenden, wie Acipenser Sturio L., aufgenommen a,us, Was die beiden Grénzlliissé, Rhein und Main⸗ betniſft, ponnten namentlich aus den beiden letzten Kategorien manche Arten fehlen, von den in Ja kleinern Gewässern des Landes lebenden jedoch höchstens die eine oder die andere Salmonen- oder Cyprinen-Art, z. B. Thymallus vexillifer Ag, dessen- Vonchmmen sich voraussetzen lässt, ohne dass mir bis jetzt Exemplare oder auch nur zuverlässige Notizen darüber zugekommen wären. Ich habe diese Art deshalb in der, Bestimmungstabelle ohne Pisefügte; Nummer. rpterwähnt, ins Ver- zeichniss aber dieselbe nicht aufgenommen.

Die Bestimmungstabelle soll weder eine Naturgeschichte noch eine ausführliche Be- schreibung liefern, sondern lediglich zum leichtern und sicherern Bestimmen dienen. Es sind deshalb überall nur die unterscheidenden Merkmale aufgenommen, jedoch in solchem Masse, dass nicht nur die angeführten Arten sicher von einander unterschieden, sondern auch nicht angeführte, die sich im Lande etwa noch finden sollten, leicht als verschieden erkannt, werden können ²). Ueberall sind im Sinne der neuern beschreibenden Zoologie die keinem Wechsel unter- worfenen oder doch nur in bestimmten ausgemittelten Gränzen varürenden plastischen Verhält- nisse in den Vordergrund gestellti worden, ein Verfahren, dem es zu danken ist, dass eines- theils nahestehende schwer zu unterscheidende Arten sicher auseinandergehalten sind, andern- theils manche streitige Puncte ihre Erledigung gefunden haben. So z. B. werden die ange- fuhrten Kennzeichen genügen, Bufo Calamita Laur., der vom asehr namhaften Autdritäten, wie Duméril und Jan ³⁷), als Varietät vom N. viridis Laur. angesehenn wird, als selbst- ständige Art erkennen zu lassen. Dass Orduungen, Familien, Gattungen und Arten in einer Tabelle zusammengenommen sind, wird der Uebersichtlichkeit eher förderlich als, hinderlich sein. Bis auf wenige Fälle sind die unterscheidenden Merkmale äusserliche. Nur Wo äusserlich meht sichtbare Unterschiede der Bildung von grösseren Abtheilungen zu Grunde lagen oder wesentlich zum Gattungscharacter gehören, Wie die Schlundzähne bei den Heckel'schen Gattungen der Cyprinoideen ¹), mussten diese in Betracht gezogen werden. Die gewöhnliche I 419( IARGG 5 1 i 91 1

107 2) Jede Species, welche, etwa von Zeichnung und Färbung abgesehen, mit keiner der in der Bestim- mungstabelle characterisirten übereinstimmt, ist desshalh alsneu für unser Herzogthum anzusehen. Mit vergnügen erbiete ich mich zur Bestimmung solcher Species, wenn sie mir zugesandt, werden. Gleich nach dem Ableben in Werg eingepachkt, worauf, hinlänglich Weingeist oder starker Branntwein gegossen Si, 1a. sen sich Reptilien und Fische ganz gut zu jeder Jahreszeit versenden, ohne zu verderben.

³) Duméril et Bibron, E hetölotlt générale. Tom. VIII. p. 684. Jan, Cemni sul useo cixico di Milano. p. 54. 2 I

4) Die auf den Schlundknochen lest anfsitzenden zuhne spielen nach Zahl, Anordnung und gestalt eine äusserst wichtige Rolle bei der Aufstellung von Gattungen in der Familie der Cyprinoideen. Es ist daher zu empfehlen, vor der Bestimmung die Sehlundknochen durch die Kiemenspalte, in der man hinten den äusseren Rand derselben wahrnimmt, mit der Pincette herauszunehmen, was ohne alle Schwierigkeit gelingt.(Bei grösseren Cyprinoideen, wo- die Kiemenspalte hinlänglich Raum lässt, nehme ich dieselben mit dem Finger heraus. Die Fischverkäufer naben es nicht gerne, wenn man mit Pincette und Scalpell an Exemplare herangeht, die man nicht behalten will, das Herausnehmen der Schlundknochen mit dem Finger lassen sie sich eher gelallen.)