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nicht als Hemmniß gelten, da ſie durch die ihnen eigenthümliche Vollkommenheit ſchon an ſich des Studiums werth waren, und die eine derſelben ohnehin das Mittel des wiſſenſchaftlichen Verkehrs der Zeit abgab. Dieſe beiden Sprachen ſind mit ihren Litteraturen bis auf den heutigen Tag Hauptgegenſtand des Gym⸗ naſialunterrichts geblieben, aber ſie haben je uach der verſchiedenen Richtung der Zeit verſchiedenen Zwecken gedient und verſchiedene Behandlung erfahren. In der auf das Zeitalter der Reformation ſolgenden Periode der Büchergelehrſamkeit betheiligte ſich die Beſchäftigung mit den alten Autoren an der Trockenheit der damaligen geiſtigen Richtung in vollem Maße; ſodann überwog die Berückſichti⸗ gung der Sprache immer mehr das Eingehen auf den innern Gehalt der Schrift⸗ ſteller. Als die deutſche Litteratur im vorigen Jahrhundert eine eigene ſelbſtſtän⸗ dige Entwickelung zu nehmen begann, da waren die beiden alten Sprachen durch ihre hohe Vollendung zum Vortheil und zum Nachtheil der deutſchen Sprache Muſter. Ein Gleiches galt von der Litteratur der beiden alten Völker. Als zu Ende des Jahrhunderts die deutſche Wiſſenſchaft einen kräftigen Aufſchwung nahm, verlor zwar das altelaſſſſche Studium ſeine ausſchließliche Stellung in der geiſtigen Welt jener Zeit, aber es begann ſeit Heyne als Alterthumswiſſenſchaft einen ſehr weſentlichen Theil im Zuſammenhang der hiſtoriſchen Wiſſenſchaft zu bilden, wäh⸗ rend ſchon früher der Einfluß, den mit Winkelmann das Studium der bildenden Kunſt der Alten gewann, ſeine Bedeutung erhöht hatte. Als in unſerm Jahr⸗ hundert die deutſche National⸗Litteratur einen Höhepunct wie vorher nie erreichte, da ſtanden die beiden alten Litteraturen wenigſtens ebenbürtig neben derſelben und boten der Kunſtkritik und Kunſtphiloſophie ſehr ergiebige Vergleichungspuncte dar. Waren auch die Gymnaſien bis dahin hinter der Fortbildung der Philologie zurückgeblieben, ſo ſand doch, als nach den Befreiungskriegen die Regierungen dem Gymnaſialweſen ihre leitende Fürſorge in ausgedehnterem Maße widmeten, eines⸗ theils die Gründlichkeit und Schärfe der Grammatiker, Interpreten und Kritiker, anderntheils der durch F. A. Wolf, Böckh und O. Müller geförderte Ausbau der Alterthumswiſſenſchaft befruchtenden Einfluß auf das Gymnaſialſtudium des elaſſi⸗ ſchen Alterthums und ſeiner Sprachen, während daneben die immer ſelbſtſtändiger ſich entwickelnden modernen Wiſſenſchaften, zuerſt die ethiſch⸗hiſtoriſchen, ſodann auch pie eracten, von denen die Mathemathik bereits früher als formal bildendes Studium


