und Frankreich warf, wurde nachgewiesen, wie es gerade in dem letzten Kriege die Macht der Persönlichkeit unseres allverehrten Königs und Kaisers gewesen sei, welche sich in jedem Gliede der deutschen Heeresmacht geltend gemacht und überall den entscheidenden Einfluss gehabt habe. Am 2. September wurden die Schüler zum Festgottesdienst geführt und nahmen an dem Festzuge theil, welcher, von den Behörden und Vereinen veranstaltet, sich von der Neustadt aus nach dem Krieger- denkmale bewegte, wo in Rede und Gesang die Erinnerung an die gewaltigen Ereignisse der Tage von Sedan belebt wurde.
Die Michaelisferien dauerten vom 3— 17 October. Am 18. Oct. fand die feierliche Ein- weihung des neuen Realschulgebäudes statt, über welche an anderer Stelle bereits berichtet ist. Das Wintersemester wurde am 19. mit der Einführung des neuen Vorschullehrers Herrn Rüppel, bis dahin Lehrer in Rengshausen, übrigens in derselben Weise wie das Sommerhalbjahr eröffnet. In den Tagen vom 19.— 21. November erfreute sich die Anstalt der Ehre des Besuchs des Herrn Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel. Derselbe wohnte in allen Klassen und fast in allen Lehrgegen- ständen dem Unterricht bei und nahm von den schriftlichen Arbeiten der Schüler der oberen Klassen Kenntniss und gab dem Berichterstatter mannigfache Gelegenheit, das Wohlwollen des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums gegen die Anstalt und dessen Zufriedenheit mit dem Zustande derselben dankend zu erkennen.
Die Weihnachtsferien fielen in die Zeit vom 24. December 1877 bis zum 5. Januar 1878. Beim Wiederbeginn des Unterrichts konnte der Direktor den versammelten Lehrern und Schülern von einer hohen Ehre Mittheilung machen, welche der Realschule zu Theil geworden war. Wie schon oben berichtet wurde, traf am 18. October die hocherfreuliche Kunde ein, dass die Schule die Hoffnung hegen dürfe, fortan den Namen Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit zu füͤhren, eine auf Grund dieser Höchsten Zusage an Seine Majestät den Kaiser seitens des Kuratoriums ge- richtete Bitte fand die Allerhöchste Genehmigung durch die nachstehende am 28. Dezember v. J. hier eingegangene
Allerhöchste Kabinets-Ordre.
Auf Ihren Antrag vom 19. vor. Mts. will ich hiermit genehmigen, dass die Realschule zweiter Ordnung in der Kreisstadt Eschwege, Regierungs-Bezirk Kassel, fortan den Namen Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des deutschen Reiches und Kronprinzen von Preussen in der Bezeichnung
„Friedrich-Wilhelms- Realschule“
führe. Jagdschloss Göhrde, den 1. Dezember 1877. gez. Wilhelm. gegengez. Falk. An den Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten.
Lehrer und Schüler erblicken in dieser Gnadenerweisung unseres Allerhöchsten Kaiserlichen Herrn mit dem tiefsten Danke nicht blos eine ehrenvolle Auszeichnung, sondern zugleich eine stete, unver- gessliche Mahmung, sich derselben immerdar würdig zu erhalten und durch die Pflege vaterländischer


