Aufsatz 
Das neue Realschulgebäude
Entstehung
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Zum Schluss lassen wir noch einige Notizen über die bei dem Baue thätigen Personen, so- wie über die Kosten desselben folgen. Die Oberleitung führte, wie schon bemerkt, der Königliche Bauinspektor Herr Arend. Die Arbeiten und Lieferungen wurden in folgender Weise vergeben: Die Ausführung der Maurer- und Steinmetzarbeiten übernahm der Maurermeister Herr Reinhard Holzapfel; die Fundamentsteine wurden aus den Steinbrüchen bei Grebendorf und Neuerode, die Ziegelsteine von den Herren Ziegeleibesitzern Eichenberg und Saame in Eschwege und Böttner, Rexerodt und Strauss in Grebendorf, die Verblendsteine aus der Aktien-Ziegelei in Eisenach und von dem Herrn Dittmar in Dietzenrode, die Dachziegeln von Herrn Joh. Becker in Gross-Almerode, das Bauholz aus Thüringen bezogen. Die Fundamentirungsarbeiten wurden ausgeführt durch Arbeiter aus der Stadt und den nächsten Ortschaften, die Maurerarbeiten theils durch einheimische, theils durch Gesellen aus den Provinzen Hannover und Schlesien, die Zimmerarbeiten durch den Zimmermeister Herrn Joachim Güntherodt, die Dachdecker- und Malerarbeiten durch den Weissbindermeister Herrn Fr. Saame, die Klempnerarbeiten durch die Herren Blechschmiedemeister H. Hochhuth und L. Beyer, die Schlosser- arbeiten durch die Herren Schlossermeister F. Laun, W. Ludovici und Chr. Hüther sen., die Bau- tischlerarbeiten durch die Herren Schreinermeister G. Brandau und H. Schade, die Möbeltischler- arbeiten durch die Herren Schreinermeister Fr. Bräutigam, Fr. Reuffurth, H. Zeuch, R. Herwig, Pr. Spenner, J. Rost und Chr. Schilling, die Tapezierarbeiten von dem Herrn C. Rohde. Die Eisen- lieferung übernahmen die Herren S. Junghans, J. F. Lieberknecht und F. Görk, die Kron- und Armleuchter sind aus der Fabrik des Herrn Seifert in Wurzen, die Terrakottagruppen aus der Fabrik von Ernst March Söhne in Charlottenburg und sind modellirt von dem Bildhauer H. Pohlmann in Berlin, der Salonflügel in der Aula ist von Wanckel und Temmler in Leipzig gebaut.

Die Kosten für den Gesammtbau belaufen sich auf 145657,19 M., für die innere Ausstat- tung 8227,43 M.

Diese Angaben, sowie die vorstehende Skizze, werden genügen, um die glänzende Freigebig- keit der städtischen Behörden in das hellste Licht zu stellen und zu zeigen, dass das neue Real- schulgebäude in trefflichster Weise den Anforderungen genügt, welche eine moderne höhere Schule geltend machen muss. Aufgabe der Lehrer und Schüler muss es nun sein, durch Beten und Arbei- ten den Segen Gottes für das schöne Werk zu gewinnen und durch Heranbildung einer tüchtigen, ehrenfesten und kenntnissreichen Jugend der Stadt unseren Dank darzubringen, und das wird uns gelingen, wenn wir allezeit die Mahnung beherzigen, welche am 18. October 1877 aus hochverehrtem Munde uns zugerufen wurde:

Lerne und lehre Gott zur Ehre!

Dr. Kiessler.