Aufsatz 
Dr. Hugo Thiel
Entstehung
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24 Der ſtädtiſchen freiwilligen Feuerwehr gehörten auch in dieſem Jahre 12 Schüler der Anſtalt unter Leitung des Turnlehrers Petry an. Der unter den Schülern beſtehende Turnſpielverein pflegte eifrig das Fußballſpiel und veranſtaltete mit den entſprechenden Vereinen des hieſigen und auswärtiger Gymnaſien Wettſpiele.

Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind folgende weitere Veranſtaltungen ver⸗ bunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winterſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer; 3) ein pädagogiſches Seminar für Kandidaten des landwirtſchaftlichen Lehr⸗ amtes; 4) die Wetterdienſtſtelle Weilburg; 5) koſtenfreie Vorträge der Lehrer der Anſtalt in landwirtſchaftlichen Vereinen und Verſammlungen.

iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 Winterkurſen. Sie hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufsbildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht erſtreben, Gelegenheit zum Erwerb der Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mk. und iſt in zwei Raten von je 25 Mtk. anfangs November und Januar an die Stadtkaſſe zu zahlen. Bewerbungen um Freiſtellen bezw. Nachlaß von Schulgeld ſind an das Landratsamt in Weilburg zu richten.

Der Unterricht findet täglich von 91 und 23 Uhr ſtatt, ſodaß Schülern aus der Umgebung von Weilburg Gelegenheit geboten iſt, täglich heimzukehren. Die in Weilburg bleibenden Schüler finden bei Familien in der Stadt gute Penſionen.

Der Unterrichtsſtoff iſt auf zwei Winterkurſe verteilt, die je am 3. November beginnen und etwa am 20. März ſchließen. Den Beſuchern der landw. Winterſchule iſt dringend zu raten, beide Kurſe zu beſuchen, da ſie nur dadurch eine gründliche Ausbildung erhalten können.

Der Lehrplan iſt folgender:

Winter 1911/12. Winter 10⁰12/13. Deutſch: Einrichtung, Leiſtungen und An Deutſch: Landwirtſchaftliche Geſetzeskunde; forderungen der Gemeinde, des Kreiſes, Be- Einrichtung der Gerichte: Mittel und Wege zirksverbandes, Staates und Reiches mit zu- für den Landwirt, um zu ſeinem Rechte zu

gehörigen Geſchäftsaufſätzen, 4 St. gelangen, mit zugehörigen Geſchäftsaufſätzen, 4 St.

Rechnen: Landwirtſchaftliche Berechnungen Rechnen: Landwirtſchaftliche Berechnungen

im Anſchluß an allgemeinen und beſonderen im Anſchluß an Betriebslehre und Viehzucht, Pflanzenbau, 4 St. 4 St.

Chemie der Pflanzennährſtoffe, 5 St. Chemie der tieriſchen Nährſtoffe, 4 St. Phyſik: Elektrizität, Wetterkunde, 1 St. Phyſik: Ausgewählte Abſchnitte aus Me⸗ Allgemeiner Ackerban: Saat, Pflege, Ernte chanik, Optik, 1 St.

und Aufbewahrung, Bodenkunde, Bodenbear⸗ Viehzucht: 1. Geſundheitspflege von Rind

beitung, Düngung, 6 St. und Schaf. Die wichtigſten Krankheiten und Beſonderer Pflanzenbau: 1. Obſtbau und An⸗ ihre Bekämpfung. 2 St. 2. Haltung und

bau des Getreides, der Hülſenfrüchte, Knollen- Zucht von Rind, Schaf und Ziege. 2 St. und Wurzelgewächſe, Olfrüchte, 4 St. 2. 3. Lehre von der Fütterung der Haustiere,

Wieſenbau und Feldfutterbau, 2 St. Molkereiweſen. 5 St.

Viehzucht: 1. Geſundheitspflege von Pferd Landw. Betriebslehre: Einrichtung u. Führung und Schwein, die wichtigſten Krankheiten und der landw. Betriebe zur Erzielung nachhaltiger

ihre Bekämpfung, 2 St. 2. Haltung und hoher Reinerträge. 4 St. Zucht von Pferd und Schwein, 2 St. Landw. Buchführung: 2 St.

Feldmeſſen, Nivellieren u. Planzeichnen: 2St. Genaueres über Einrichtung und Betrieb der Winterſchule findet ſich imBericht der landwirtſchaftlichen Winterſchule Weilburg. Dieſer Bericht wird neben dem Programm der Landwirtſchaftsſchule herausgegeben und iſt auf Wunſch durch die Direktion erhältlich.