Aufsatz 
Die Schlupfwespen Campoplex argentatus Gravenhorst und Diospilus oleraceus Haliday sowie deren Wohnungsthiere in ihrer Entwicklungsgeschichte / von H. F. Kessler
Entstehung
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verlässt der Küfer seine bisherige enge Wohnung, indem er den Kopf und den Rüssel erhebt, die Beine an die Innenwand des Cocons stemmt und dadurch am stumpfen Ende desselben ein Stück von diesem absprengt. Das Thier braucht also, vom Tage der Verpuppung an gerechnet, bis zum Ausschlüpfen im Frühjahr und Sommer kaum 4 Wochen Zeit; vom Ei an mithin 2 Monate. Von denjenigen Eiern, welche erst im Nachsommer an die Pflanzen gelangen, entwickeln sich zwar die Larven alsbald; dieselben überwintern aber in der Galle und verpuppen sich erst im nächsten Frühling.

Barg die Larve eine solche von Diospilus oleraceus in sich, so spinnt sie un- mittelbar nach der Häutung im Cocon noch eine zweite gelblich weisse Seidenhülle um sich, die äusserlich aus verworrenen Fäden, im Innern aber aus einer zusammen- hängenden glatten, glänzenden, gelblichen Masse besteht. In einer flachen Vertiefung an der Aussenseite derselben hängt die abgestreifte Haut der Mutterlarve. Dieser zweite Cocon ist die Werkstätte, in welcher sich die Urtheile des Schmarotzers, welche dabei noch von der Puppenhaut des Käfers umschlossen sind, zum Körper der Schlupf- wespe formiren. Hat dieser Process stattgefunden, so häutet sich die Puppe zum zweitenmal im Cocon und erscheint dann in fast gleicher Gestalt von Fig. 7, nur dass der Hinterleib nicht so deutlich gegen das Bruststück abgesetzt ist, als bei dieser; die Lage der Fühler, Flügel und Beine ist gerade so, wie bei Campoplex argentatus. Der Bohrstachel des Weibchens ist gegen die Bauchseite hin umgeklappt.

Auch hier enthält die vom Mutterthier geborgte Puppenhaut die übrig gebliebenen Theile von diesem als eine helle Flüssigkeit, in welcher sich die festeren Theilchen nach und nach zu einem Klümpchen zusammenballen, welches man stets in der abge- streiften Haut vorfindet, und das beim Zerdrücken in ein mehlartiges Pulver aus ein- ander füllt.

Wie die von einer Schlupfwespe angestochene Larve von Nematus ventricosus behält die von Ceuthorhynchus sulcicollis ihren ursprünglichen Charakter auch dann noch bei, wenn ein Schmarotzerei in sie abgelegt wurde, kann sich deshalb z. B. nicht nur, wenn man ihr den Cocon wegnimmt, zum zweiten mal einspinnen, sondern über- wintert auch in der Galle, wenn sie später im Jahre an die Pflanze gelangte. Von einer Anzahl Larven, welche ich am 11. Januar aus den Gallen nahm, und die sich so- fort einkapselten, entfernte ich am 18. Januar den Cocon; sie krochen alsbald wieder in die Erde und machten eine zweite, etwas dünnwandigere Hülle um sich, in welcher ich nach einigen Tagen bei den meisten den Seidencocon von Diospilus argent. fand.

Zur vollständigen Entwickelung braucht der Schmarotzer, vom Tage des Ein- kriechens in die Erde an gerechnet, eben so viel Zeit wie der Käfer. Von den vorher erwähnten Larven fand ich in dem Cocon einiger am 5. Februar die Puppe von