Aufsatz 
Die Schlupfwespen Campoplex argentatus Gravenhorst und Diospilus oleraceus Haliday sowie deren Wohnungsthiere in ihrer Entwicklungsgeschichte / von H. F. Kessler
Entstehung
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auch einen schmaleren, abgerundet endenden Hinterleib haben, während bei diesen der Hinterleib gegen das Ende breiter wird und dann schief abgestutzt ist. Die bei beiden Geschlechtern übereinstimmende Flügelbildung veranschaulicht Fig. 10 und 11. Campoplex argentatus schmarotzt übrigens nicht nur an der Blattwespengattung Nematus, sondern auch an andern, z. B. Cimbex, Lophyrus etc.

II. Diospilus oleraceus Haliday und sein Wohnungsthier Ceuthorhynchus sulcicollis Gyllenhal. (Ersterer gehört zur Familic der Schlupfwespenverwandten, letzterer zur Familie der Rüsselkäfer.)

Nicht wenige Pflanzen fast aller Kohlarten(Brassica) in unseren Gärten bleiben während des Frühjahrs und Sommers gegen andere derselben Art, trotz desselben Bodens und gleicher Behandlungsweise, in der normalen Entwickelung zurück oder verkümmern ganz. Untersucht man dieselben, so findet man am Stengel unmittelbar über der Erde oder auch zwischen den oberen Wurzeln gallen- oder knollenartige Auswüchse als Ursache dieser Erscheinung. In diesen Gallenanschwellungen lebt nämlich die Larve des Rüsselkäfers Ceuthorhynchus sulcicollis. Sie entstehen dadurch, dass der weibliche Käfer die junge Pflanze mit seinem Rüssel anbohrt und in die Wunde ein Ei legt, aus welchem bald eine kleine Made schlüpft, um die sich das in seiner normalen Entwickelung gestörte Zellgewebe der Pflanze auf Kosten dieser knollenartig anhäuft und so nach und nach das junge Thier vollständig umgibt. In der ersten Zeit ist zwischen der Larve und ihrer Umgebung kaum ein leerer Raum zu erkennen, erst nach 8 bis 10 Tagen wird dieser deutlicher, weil das junge Thier die nächst gelegenen Pflanzenzellen um sich her wegfrisst. Dabei wächst in der An- fangszeit die Galle doch viel rascher als die Larve, denn während jene schon erbsengross ist, kann man diese mit dem blossen Auge kaum erkennen. Im Frühjahr und Sommer ist letztere nach vier Wochen ausgewachsen, hat die Form einer gelblich weissen glän- zenden Made(Fig. 12), auf deren Rücken ein etwas dunklerer Längsstreif durchschimmert, und welche ausgewachsen 2 ½% lang ist und einen hellgelben, nach unten geneigten, kreisförmigen, hornigen Kopf hat, der kleiner ist als die darauf folgenden Körpersegmente. Die Fresswerkzeuge

sind braun. Bei ausreichender Vergrösserung erkennt man daran zwei dunkelbraune, gebogene, dreizähnige Oberkiefer, eine halbkreisförmige

Fig. 12. Von der Seite und Oberlippe, eine mehr runde Unterlippe mit zwei kegelförmigen

halb von unten ge-

schen- Tastern und zwei hellere Unterkiefer. Nicht weit vom Ursprung der