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Bewahret aber auch in dem neuen Haus, das euch heute aufgenommen hat, Sinn für Reinlichkeit und Ordnung, und vergesset nicht, dass diese Räume und deren Ausstattung Eigentum des Staates und euch nur zur anständigen und rücksichtsvollen Benützung über- lassen sind. Sinn für Reinlichkeit und Ordnung muss einen Teil eurer Bildung ausmachen und einen Schluss auf innere Reinheit und Ordnung zulassen.—
Den Schluss der Schulfeier bildete ein drittes Gesangstück, eine vierstimmige Motette von D. H. Engel, zu welchem der Text aus Psalm 106 V. 1 und Apostelgeschichte 14 V. 16 also zusammengesetzt ist:
„Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Er hat uns viel Gutes gethan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsere Herzen erfüllet mit Freuden.“
Nun wurde unter der Führung des Directors eine Besichtigung des Schulgebäudes vorgenommen, welches den ungeteilten Beifall der Beschauer fand. Besondere Vorzüge dieses Baues sind: dass Lehrer und Schüler nicht erst lange Gänge zu durchschreiten brauchen, um zu den einzelnen Schulsälen zu gelangen, da diese in den drei Etagen des Hauses sämtlich von geräumigen Vorplätzen aus ihre Eingänge haben; dass sodann das Licht allenthalben so günstig ist, wie man es nur wünschen mag; dass ferner kein einziges Lehrzimmer Fenster nach Westen hat, und dass endlich jedes Fenster die Aussicht auf eine reizende Umgebung bietet.
Möge das Haus unter Gottes gnädigem Schutz recht lang den erhabenen Zwecken dienen, zu welchen es erbaut ward; möge es immerdar sein„eine Pflanzstätte des Wahren, Schönen und Guten zur Bildung des Verstandes durch Wissenschaft, des Geschmackes durch Kunst, der Sittlichkeit durch Religion und Tugend.“ Möge es Allen, die es zum Zwecke ihrer Bildung aufsuchen, beim Scheiden mitgeben, was es in goldenen Buchstaben auf weisser Marmortafel am Eingang verspricht:„Haec studia adolescentiam alunt, senectutem oblectant, secundas res ornant, adversis perfugium ac solatium praebent, delectant domi, non impediunt foris, pernoctant nobiscum, peregrinantur, rusticantur.“ Diese unsere Wissenschaften näbren die Jugend, ergötzen das Alter, sind im Glücke eine Zierde, gewähren im Unglücke Zuflucht und Trost, sind daheim ein Gegenstand des Wohlgefallens, draussen kein Hindernis, über- nachten mit uns, begleiten uns auf Reisen, aufs Land.“*)
*) An die Schulfeier schloss sich ein in jeder Hinsicht glänzendes Festessen im Gasthof zum deutschen Haus an; wir glaubten jedoch uns in unserem Jahresberichte auf den wesentlichsten Teil des Einweihungs- festes beschränken zu sollen.


