Aufsatz 
Bericht über das Fest der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes zu Bensheim am 26. April 1882
Entstehung
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Rochgeehrte Nersammlung!

Die Bewohner der Stadt Bensheim und mit ihnen die Bewohner der benachbarten Orte begehen heute ein bedeutsames Fest, das Fest der Einweihung eines Hauses, das die Bestimmung hat, für Viele, und durch diese für den Staat, für die Kirche, für die mensch- liche Gesellschaft eine Segen spendende Stätte zu sein. Jch sagte die Bewohner der Stadt Bensheim und der Umgegend, nicht als ob nicht auch andere Angehörige unseres Gross- herzogtums und, soweit räumliche Verhältnisse und das Interesse der Anstalt es gestatten, auch Angehörige unseres übrigen grossen Vaterlandes in diesem Hause Aufnahme und hiermit Anlass finden könnten, mit uns dieses Fest in aller Form zu feiern; auch nicht, als ob nicht Jeder, dem die geistige, sittliche und nationale Heranbildung der studierenden Jugend ein Gegenstand von höchstem Werte ist, es für ein Fest halten müsste, wenn ein so hohen Zwecken bestimmtes Haus dem Gebrauche übergeben wird: sondern aus dem Grunde, weil es die Natur der Sache mit sich bringt, dass die Anstalt zunächst und hauptsächlich von Solchen besucht wird, die entweder am Orte selbst, oder in nicht allzu weiter Entfernung vom Orte wohnen, und denen durch die gegenwärtige Beschaffenheit der Verkehrsverhältnisse die Möglichkeit geboten ist, ohne den Aufwand namhafter Opfer der Wohlthat einer Gymnasialbildung teilhaftig zn werden. Von welcher Bedeutung eine höhere Bildungs- anstalt überhaupt und ein Gymnasium insbesondere für eine Stadt und deren Umgegend ist, das bedarf wohl des Nachweises nicht; wie richtig aber in dem vorliegenden Falle diese Bedeutung von den Interessenten aufgefasst wird. das zu zeigen sollte mir sofort gelingen, wenn es geschehen könnte, vor dieser hochansehnlichen Versammlung die Gefühle dank- barster Anerkennung auszubreiten, die in den Herzen von Tausenden erwacht sind, zumal an dem heutigen Tage, an welchem die Anstalt ihren Auszug aus unzureichenden und ihren Einzug in gesunde, wohl ausgestattete, herrliche Räume vollzieht.

Diese Gefühle, die den Grundton unsrer heutigen Feststimmung bilden, nehmen in geziemender Weise ihre erste Richtung nach jenem uns Allen so teuren Haupte, das mit landesväterlicher Fürsorge nach jeder Seite hin Umschau hält, um wahrzunehmen, was dem Volke not thut; sie nehmen ihre erste Richtung nach Sr. Kgl. Hoheit, unserm allerdurch- lauchtigsten Grossherzoge, unserm in aller Ehrerbietung geliebten Landesfürsten, der nicht allein in schwerer Zeit an der Seite des Kaisers und der verbündeten deutschen Fürsten dem Dienste des grossen Vaterlandes in opferwilligster Begeisterung sein Schwert zu weihen, sondern auch dem von ihm regierten Volke die höchsten Güter, die im Frieden eine ungestörte Pflege finden, unablässig zuzuwenden bereit ist.

Als nächstes Ziel haben diese Gefühle der Dankbarkeit und Anerkennung die weisen Räte Allerhöchst seines Thrones, von denen mit Recht gesagt werden darf, dass sie die Zeit ihres Wirkens im Staate unter anderm auch zu einer Epoche der Errichtung würdiger, dem Unterrichte und der Erziehung gewidmeter Bauten zu machen bedacht seien.

Sodann zollen wir unseren Dank und unsere Anerkennung den Stünden unseres Gross- herzogtums, die in richtiger Würdigung der Sache die von der Regierung dargebotenen