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ten zur Konkursprüfung 1862 und 24 zur Konkursprüfung 1863 aufgenommen wurden.— Ich muß hier dringend auf§. 15 der betreffenden Inſtruktion verweiſen, wonach bei ſonſt gleicher Qualifikation ein Adſpirant, der die Adſpirantenprüfung nicht mitgemacht hat, erſt dann, wenn die Zahl der beſtandenen Adſpiranten dem muthmaßlichen Bedürfniſſe nicht entſprechen ſollte, den Eintritt in das Seminar erhalten ſoll.
Das Schuljahr wurde am 16. Mai eröffnet; die Herbſtferien dauerten vom 13. Septem⸗ ber bis 14 Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 2. Januar. Sommer⸗ und Winterhalbjahr wurden in herkömmlicher Weiſe um 7 Uhr mit Gottesdienſt in der Hauskapelle eröffnet, dem alle Lehrer und Schüler beiwohnten. Um 8 Uhr war Eröffnung im Schulſaal mit Suralgelan, Gebet, Mittheilung der Schulgeſetze und Anſprache des Direktors an Lehrer und
üler.
Die Trimeſtralcenſuren wurden in der im Programm 1859 S. 16, die Monatscenſuren in der im Programm 1860 S. 27 angegebenen Weiſe abgehalten.
In religiöskirchlicher Hinſicht iſt die im Programm 1859 S. 16. angegebene Uebung(in Bezug auf Kirchenbeſuch jeden Tag, Beicht und Kommunion alle 8 Wochen) beibehalten worden.
Das Geburtsfeſt Seiner Hoheit unſers gnädigſten Herzogs und Herrn war wie jedes Jahr ein Feſt- und Freudentag für das Seminar. Es wurde gefeiert durch Hochamt in der Pfarrkirche, Konzert im großen Saal des Seminars und geſellige Unterhaltung im Gar⸗ ten des Herrn Hilbert. Die Feſtrede des Seminarlehrers Müller handelte über wahre und echte Vaterlandsliebe nach den Forderungen der Vernunft und nach den Lehren Gottes gegenüber manchen Theorieen und Schlagwörtern der Zeit.
Das Weihnachtskonzert am 22. Dezember, deſſen Ertrag für arme Schulkinder der Stadt zur Chriſtbeſcherung beſtimmt wurde, war nach Auswahl und Ausführung der verſchiedenen Stücke ſehr gelungen, der Beſuch derſelben ſo zahlreich, wie noch ſelten.— Ein weiteres Konzert ſoll noch vor Ablauf des Schuljahres gegeben werden.
Am 3. September hat Herr Regierungsrath von Trapp eine Prüfung in der Land⸗ wirthſchaft(Garten- und Obſtbau) abgehalten und Garten⸗ und Baumſchule des Seminars in Augenſchein genommen.
III. Statiſtik.
Die Geſammtzahl unſerer Zöglinge beträgt 60. Von dieſen wohnen 17 aus der III., 19 aus der II. und 1 aus der I. Kl. im Internat.
Für Vermehrung der Bibliothek und der verſchiedenen Sammlungen, Apparate und Mo⸗ biliargegenſtände waren anſehnliche Summen verwilligt, welche nach Bedürfniß verwendet wurden.
In der Verwaltung der Bibliothek, der verſchiedenen Sammlungen und der Internats⸗ ökonomie iſt keine Veränderung eingetreten.
An Geſchenken, wofür den Gebern der gebührende Dank hier ausgeſprochen wird, hat das Seminar im Laufe des Schuljahres erhalten: 1) Vom Verein für Naturkunde im Herzogthum Naſſau deſſen Jahrbücher 15. Heft; 2) vom Verleger: Auswahl vaterländiſcher Lieder und Jugendſpiele, Wiesbaden, Jul. Niedner, 1861; 3) vom Lehrer Chr. Schmitt, deſſen: Leichtfaßl. Leitfaden zur Erlernung der ſtenograph. Currentſchrift; 4) von P. J. A. Heckelmann in Offenbach deſſen Leitfaden zum Unterricht im kaufmänniſchen Rechnen, Darm⸗ ſtadt 1861; 5) vom Berichterſtatter: a. deſſen oben angeführtes Wörterverzeichniß und b. Leſe⸗ buch für die Volksſchulen, bearbeitet von J. Bumüller und J. Schuſter, 3. und 4. Ab⸗ theilung. 3
Zur Unterſtützung bedürftiger und würdiger Zöglinge waren 612 fl. aus öffentlichen Mitteln bewilligt, deren Vertheilung auf Vorſchlag des Lehrerkollegiums von Herzoglicher Lan⸗ desregierung verfuͤgt worden iſt.


