Aufsatz 
Die grammatischen Kunstausdrücke
Entstehung
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b. Gewerbliches.

II. und I. Kl. wöch. 2 St. Ornamentenzeichnen nach Gypsmodellen; geometriſches und deskriptives Zeichnen; Fach⸗ und Bauzeichnen. Zirvas.

13. Turnen.

Das Turnen wurde, ſoweit es die Witterung geſtattete, wöchentlich 2 Stunden geübt. Einen beſondern Turnlehrer (hat die Anſtalt nicht.

4. Disciplin.

Die disciplinariſchen Zuſtände waren im Ganzen recht befriedigend, was ſowol von den im Internat als den in der Stadt wohnenden Zöglingen gilt. Nur einige Schüler der I. Klaſſe mußten die bittere Erfahrung machen, daß ſie die Seminargeſetze nicht ungeſtraft übertreten dürfen. Möge dies ihnen, die nun ins öffentliche Leben und bald in den Schuldienſt übertreten, zur heilſamen Lehre und den übrigen Seminariſten zur Warnung dienen!

5. Geſundheitszuſtand.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war in ſoweit befriedigend, als wir bei der im Ganzen ungeſunden Witterung keinen beſondern Trauerfall zu beklagen haben; dagegen hat es an Krankheiten, die einige oder mehrere Tage dauerten, leider nicht gefehlt. Von den Lehrern wurden Meiſter und Zirvas durch Unwohlſein auf mehrere Tage ihrer Amtswirk⸗ ſamkeit entzogen. Herr Medicinalacceſſiſt Dr. Thewalt hat den im Programm von 1857 S. 53 erwähnten Funktionen ſich auch in dieſem Jahre mit gleich rühmlicher Thätigkeit unterzogen.

II. Chronik.

Die Konkursprüfung zur Aufnahme katholiſcher Schuladſpiranten wurde unter Leitung

des Herzogl. Regierungskommiſſärs, des Herin Regierungsrathes Sporer, am 24. und 25. April abgehalten. Gemeldet hatten ſich und waren zugelaſſen worden 30 für die III. Kl. und 1 für die II. Kl. Von jenen hatten 28 früher die Adſpirantenprüfung mitgemacht. Trotzdem daß die Prüfung im Ganzen recht gut ausgefallen war, konnten doch nur 20 in die III. Kl. und 1 ſir diß II. Kl. aufgenommen werden, weil kein Bedürfniß zur Aufnahme einer größeren Zahl vorlag.. Bei dieſer Gelegenheit wiederhole ich nachdrücklichſt den im vorjährigen Programm S. 38 ſtehenden Satz:In Bezug auf die Vorbildung der Adſpiranten zur Konkursprüfung dürfte die Bemerkung am Platze ſein, daß es ſich empfiehlt, wenn die Adſpirantenbildner bei ihrem Unter⸗ richt, ſoweit als möglich, jene Bücher gebrauchen, welche in der III. Kl. des betreffenden Semi⸗ nars gebraucht werden.

Da die Lehrpläne für die einzelnen Lehrgegenſtände, wie bereits in früheren Programmen angegeben iſt, ſeit einigen Jahren weſentliche Umgeſtaltungen erfahren haben, ſo genügt eine Vorberei⸗ tung, wie das frühere Seminar ſie verlangte, nicht mehr, noch weniger aber eine ganz allgemeine, für keine beſondere Anſtalt berechnete. Die Herrn Adſpirantenbildner wollen dies um ſo mehr beachten, als der Zudrang junger Leute zum Seminar fortwährend ſehr groß, die Zahl der Zöglinge aber für jede Klaſſe des hieſigen Seminars im Allgemeinen auf höchſtens 20 beſchränkt iſt.

Unter den Adſpirantenlehrern, welche uns ſeit Erlaß der betr. Inſtruktion(1856) bis jetzt tüchtige Schüler geſchickt haben, nenne ich: Lehrer Hilpiſch in Montabaur, Lehrer Hannap⸗ d 7 in Walsber⸗ Lehrer Schmitt in Niederſelters, Lehrer Paff in Fuſſingen und Lehrer

in Elz.

Zu der am 5. und 6. Juli 1861 unter Leitung des Direktors von den Seminarlehrern Müller und Meiſter und den ſtädtiſchen Elementarlehrern Herber und Hilpiſch abgehal⸗ tenen Adſpirantenprüfungen hatten ſich 56 Präparanden eingefunden, von denen 49 als Adſpiran⸗