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0¹. Vokativ.
Dieſer Kaſus heißt griech. ptosis kletike(xriνα ννμντιαι), lat. casus vocativus, d. i. zum Rufen gehöriger, geeigneter Fall. Die älteren deutſchen Grammatiker bis auf Gottſched führen dieſen Kaſus als Rufendung, Ruffall beſonders auf. Freyberger ſagt: vocativus similis est nominativo, und Heynatz:„Der Vokativ oder die Rufendung lautet der Nennendung gleich“, womit auch Adelung übereinſtimmt, der dieſen Kaſus aber nicht mehr im Paradigma aufführt. In der älteſten deutſchen(goth.) Sprache fällt der Vokativ noch nicht durchweg mit dem Nominativ zuſammen; er iſt auch heute noch als Kaſus des Ausrufes, der Anrede der Bedeutung nach feſtzuhalten, wenn auch ſeine Form ganz die des Nominativs iſt.
f. Ablativ.
Dieſer Kaſus kommt im Griech. nicht vor, wo er durch andere Kaſus, beſonders durch den Genitiv erſetzt wird. Im Lat. hat dieſer Kaſus den eigentlichen Ablativ mit dem Begriff der Trennung(daher der Name casus ablativus, d. i. wegnehmender, zum Wegnehmen geeigneter Fall), der Begleitung und des Werkzeuges(des Inſtrumentalis) zu vertreten. Die älteren deutſchen Grammatiker bis auf Gottſched führen dieſen Kaſus als Nehmendung, Nehmefall, Cludius als Trennungsfall beſonders auf. Heynatz ſagt:„Die Nehmendung muß nothwendig im Deutſchen wegfallen; es iſt der bloße Dativus mit einer Präpoſition.“ Der eigentliche Ablativ iſt in der deutſchen Sprache ſehr frühe ausgeſtorben, ſo daß ſelbſt die goth. Sprache ihn nicht mehr kennt, und die althochd. nur noch ſpärliche Reſte des Inſtrumentalis zeigt(ſ. den Dativ). Für uns iſt der Ablativ der Dativ mit einer Präpoſition.
IV. Konjugation. 1. Konjugation.
Der griech. Name syzygia(oν†εια), d. i. Verbindung, wovon das lat. Wort con- jugatio eine genaue Ueberſetzung iſt, bezeichnet nur die verſchiedenen Klaſſen von Verben, die nach einer Art konjugiert werden. Was wir Konjugation nennen, heißt griech. klisis wie bei der Deklination(ſ. d.). Der Name conjugatio erklärt ſich, abgeſehen von der Entlehnung, daher, daß das Verbum, wenn es konjugiert wird, alſo im Satz erſcheint, ſich mit einem Nomen (Subjekt) verbindet.— Deutſche Namen ſind: Zeitw andelung bei Schottel u. A., Um⸗ bildung bei Klopſtock, Umendung bei Zeheter, Biegung bei Heyſe u. A., Beugung bei Löwe, Satzbiegung und Zeitwortbiegung bei Weigand, Abwandelung bei Gottſched und den meiſten ſpäteren Grammatikern.
2. Genus.
Hier finden wir im Griech. und Lat. folgende Namen: hrema energetikon, pathetikon, meson(pfua erεετια, παενσmτιν, ο), verbum activum, passivum, medium, d. i. thätiges, leidendes, mittleres(zwiſchen beiden ſtehendes) Verbum; authopathes, allo- pathes(auroxa Se, dAXxαες) d. i. die Einwirkung auf ſich ſelbſt übertragend, ſie von einem Andern erleidend, lat. intransitivum, transitivum, d. i. unübergehend, übergehend.— Deutſche Namen für die angegebenen Verbalbegriffe ſind:


