Aufsatz 
Lehrpläne für den Unterricht in der christlichen Religionslehre und im Deutschen
Entstehung
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Tertia.

a) Grammatik: Systematische Wiederholung der Formenlehre mit Unterscheidung der starken undschwachen Flexion. Der mehrfach zusammengesetzteSatz, 3indirekte Rede, Regeln der Interpunktion;

b) Lektüre: Gegenüber der Prosa tritt die poetische Lektüre in den Vordergrund. Balladen von Uhland, Vaterlandslieder von Arndt, Körner, v. Schenkendorf. Kurze Mitteilungen über das Leben der Dichter. ÜUbersichtliche Wiederholung der germanischen Sagen. Aus- wendig zu lernen sind: 1. Der blinde König von Uhland. 2. Das Glück von Edenhall von Uhland. 3. Der Überfall im Wildbad von Uhland. 4. Der Schenk von Limburg von Uhland. 5. Der Graf von Habsburg von Schiller. 6. Der Sänger von Göthe. 7. Der Postillon von Lenau. 8. Lützows wilde Jagd von Körner. 9. Die Strassburger Tanne von Rückert. 10. König Karls Meerfahrt von Uhland. 11. Deutscher Trost von Arndt. In den folgenden Klassen zu wiederholen: 2, 6, 7, 8, 11;

c) Aufsätze(alle 14 Tage): Freiere Wiedergabe grösserer Gedichte, zuweilen mit ver- änderter Disposition. Themen aus der deutschen Sage und Geschichte. Schilderungen eigener Erlebnisse, der Jahreszeiten u. s. w.; einige postfertige Briefe wie in Quarta.

Secunda. a) Lektüre: Balladen von Uhland, Schiller, Bürger; Prosastücke, welche für Dis- positionsübungen besonders geeignet sind. Uber die Dichter biographische Mitteilungen.

Auswendig zu lernen sind: 1. Der Ring des Polykrates von Schiller. 2. Die Bürgschaft von Schiller. 3. Erlkönig von Göthe. 4. Der Handschuh von Schiller. 5. Die alte Waschfrau von Chamisso. 6. Frühlingsgruss an das Vaterland von Schenkendorf. 7. Das Lied vom schwarzen Adler von Treitschke. 8. Taillefer von Uhland. 9. Aus dem Walde von Geibel. 10. Rheinsage von Geibel. Zu wiederholen: 1, 2, 3, 5, 6;

b) Aufsätze(alle 3 Wochen): Themen über die gelesenen Balladen von Schiller u. s. w., das Verhältnis des Menschen zu den Wesen und den Kräften der Natur, die Folgen wichtiger

Entdeckungen und Erfindungen. Unterprima.

a) Lektüre: Die schwierigeren Balladen von Schiller(Kraniche des Ibykus, das eleusische Fest), das Lied von der Glocke, der Spaziergang. Ferner lyrische Gedichte von Göthe, Schiller, Uhland, Heine, Lenau, Geibel; als Drama: Wilhelm Tell; als Beispiele epischer Poesie: Abschnitte aus der Homerübersetzung und Gedichte von Voss. Im Anschluss an das Gelesene das Wichtigste aus der Poetik. Abgerundete Lebensbilder unserer klassischen Dichter. Einzelne Gedichte (Lied von der Glocke), sowie geeignete Abschnitte grösserer Dichtungen werden auswendig gelernt;

b) Aufsätze(alle 3 Wochen): Themen über die gelesenen Dichtungen; ausserdem ge- schichtliche und geographische Parallelen; die verschiedenen Stufen des Kulturlebens(mit An- lehnung an die betreffenden Gedichte von Schiller).

Oberprima.

a) Lektüre: Im Wesentlichen wie in Unterprima. Von Dramen können gelesen werden: Jungfrau von Orleans, Wallenstein, Minna von Barnhelm, Götz von Berlichingen; ferner das epische GedichtHermann und Dorothea.

b) Aufsätze(alle 4 Wochen): Im wesentlichen wie in Unterprima.