Aufsatz 
Lehrpläne für den Unterricht in der christlichen Religionslehre und im Deutschen
Entstehung
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geschichte erläutert. Während beim eigentlichen Unterrichte die eromatische Lehrform Anwendung findet, bietet sich bei der Nutzanwendung, mit welcher jedes Kapitel des Katechismus schliesst, Gelegenheit, durch die akroamatische Lehrform auf Herz und Willen der Schüler einzuwirken.

Auf die biblische Geschichte kann bei der kombinierten Sexta-Quinta und Quarta-Tertia nur eine geringere Zeit verwendet werden. Sexta hat dagegen für sich allein noch eine Stunde biblische Ge- schichte wöchentlich. Es ist an hiesiger Realschule die Einrichtung getroffen, dass diese wöchentlich einmalige Stunde der Sexta von einem Elementarlehrer der Vorschule gehalten wird. Als Ersatz dafür hält der Religionslehrer der Realschule wöchentlich eine Religionsstunde in der ersten Klasse der Vor- schule, in welcher die Fragen des kleinen Diözesankatechismus gelernt und Unterricht und Anleitung zur ersten Beichte gegeben werden. Die kombinierte Sexta-Quinta lernt in einem Jahre die wichtigsten Ge- schichten des neuen Testamentes bis zum ersten Osterfeste und vom letzten Osterfeste bis zur Herab- kunft des hl. Geistes; im andern die wichtigsten Geschichten des alten Testaments. Damit Sexta allein und die kombinierte Sexta-Quinta nicht zur selbigen Zeit dasselbe lernen, ist die Einteilung des Lehr- stoffes derart geordnet, dass, wenn Sexta-Quinta Geschichten des neuen Testamentes lernt, Sexta allein solche aus dem alten Testamente lernt und umgekehrt. Die kombinierte Quarta-Tertia lernt in einem Jahre aus dem neuen Testamente die wichtigsten Wunder und Gleichnisse des Herrn. Im anderen Jahre werden im Sommersemester aus dem alten Testamente die wichtigsten Vorbilder Christi, Mariae, der Kirche und der hl. Sakramente durchgenommen; im Wintersemester dagegen aus dem neuen Testa- mente die wichtigsten Reden des Herrn. Wegen der grösseren Wichtigkeit des neuen Testamentes sind demselben in der kombinierten Quarta-Tertia drei Semester als Unterrichtszeit zugewiesen.

Statt der biblischen Geschichte tritt in Secunda-Unterprima-Oberprima die Kirchengeschichte als Lehrgegenstand ein. Dieselbe ist vorherrschend christliche Archäologie, Dogmengeschichte und Hagiologie. Sie beginnt mit Christi Tod und wird bis zur Gegenwart fortgeführt. Sie erstreckt sich nur auf die wichtigeren Thatsachen und Verhältnisse.

Die Gebete und Hymnen, welche memoriert werden, sollen dazu dienen, auch bei mangeln- dem Andachtsbuche mit Gott sich beschäftigen zu können; von den Hymnen sind die meisten Ubersetzungen der schönsten in der kirchlichen Liturgie angewandten Gesänge.

In der Apologetik ist es nur möglich, die wichtigsten grundlegenden Wahrheiten derselben durchzunehmen; die aus drei Jahresstufen bestehende Secunda-Unterprima-Oberprima verhindert ein systematisches Eingehen auf diesen Lehrgegenstand; zudem finden die wichtigsten Punkte der Apolegetik bei der systematischen Behandlung des Katechismus ihre Berücksichtigung.

Als Hülfsmittel zur Veranschaulichung des Unterrichts benutzt der Religionslehrer die in Freiburg(Baden) erschienene kolorierte grosse Bilderbibel und die grosse biblische Geschichte von Dr. Schuster, welch letztere mit vielen Plänen, Karten und Holzschnitten versehen ist.

B. Pensa für die einzelnen Klassen der Realschule.

Sexta und Quinta (wöchentlich 2 Stunden kombiniert). Erstes Jahr. Sommersemester. Katechismus. Einleitung(vom Ziel und Ende des Menschen); erstes Hauptstück bis

Frage 177(vom Glauben im Allgemeinen; erster und zweiter Glaubensartikel). Alle Fragen, 2