Aufsatz 
Anleitung zur Behandlung der Taubstummen nach deren Entlassung aus der Anstalt
Entstehung
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Auf den Grund dieſes Charakteriſtikenbuches werden auch die Schulzeugniſſe, die halbjähr⸗ lich auszuſtellenden jedoch in möglichſter Kürze, ausgefertigt.

D. Geſundheitszuſtand.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war, einzelne kleine Unpäßlichkeiten ab⸗ gerechnet, im Laufe dieſes Schuljahrs im Allgemeinen gut.

II. Geſchichte der Anſtalt.

Nach der am 22. Mai v. J. unter Anweſenheit der beiden Herrn Regierungscommiſſarien abgehaltenen öffentlichen Prüfung wurden von den 50 Zöglingen des Inſtituts 7 Knaben und 2 Mädchen 2 als gut, 4 als ziemlich gut und 3 als gering befähigt aus der Anſtalt entlaſſen.

Mit dem 13. Juni begann der neue Lehrcurſus, und wurden beim Beginne des Schul⸗ jahrs 12 Kinder 8 Knaben und 4 Mädchen neu aufgenommen, von denen jedoch ein Knabe nach einiger Zeit wegen vollſtändigen Blödſinns wieder entlaſſen werden mußte. Ein Knabe, der erſt ein Jahr lang die Anſtalt beſucht und, obgleich nicht beſonders beanlagt, doch ſichtbar körperlich und geiſtig aufzuleben begonnen hatte, iſt zu Anfang des Sommerſemeſters nicht wieder in dieſelbe zurückgekehrt; von ſeiner Mutter zu Hauſe behalten, hat derſelbe das traurige Loos, wenigſtens in geiſtiger Hinſicht verkümmern zu muͤſſen. Ein Mädchen mußte wegen zu geringer Fortſchritte in der 6. Klaſſe belaſſen werden.

Am 15. Juni 1860 wurde das Stiftungsfeſt der Anſtalt, und am 24. Juli der Ge⸗ burtstag Seiner Hoheit des Herzogs von den Lehrern und Schülern in gewohnter Weiſe gefeiert.

Anfangs Auguſt vorigen Jahres machten Oberlehrer Deußer und Lehrer Meckel mit acht Zöglingen aus der 1. und 2. Klaſſe eine mehrtägige Reiſe nach Wiesbaden und in den Rheingau. Die darüber von den betreffenden Zöglingen ausgefertigten Reiſeberichte werden bei der öffentlichen Prüfung vorgelegt werden.

Höchſter Entſchließung zufolge iſt nach Reſcript Herzoglicher Landesregierung vom 22. Au⸗ guſt v. J. ad Num. Reg. 27,294 die Remuneration für die an dem Taubſtummeninſtitut fungi⸗ renden Schulcandidaten von 170 fl. auf 220 fl. erhöht worden.

Die Herbſtprüfung wurde am Nachmittage des 4. und Vormittage des 5. October v. J. abgehalten nnd begann das Winterſemeſter am 25. October.

Zwei Knaben und ein Mädchen feierten am weißen Sonntage d. J. in der Pfarrkirche dahier ihre erſte heilige Communion, und ein Knabe und zwei Mädchen werden am nächſten Pfingſtfeſte durch die in der Pfarrkirche zu Walsdorf ſtattfindende Confirmation in die evan⸗ geliſch⸗-chriſtliche Kirche aufgenommen werden.

Wie in das Programm vom Jahre 1857 eine Abhandlung des Taubſtummenlehrers Prieſter überBehandlung taubſtummer Kinder von ihrem erſten Alter bis zum Eintritt in die Taub⸗ ſtummenanſtalt aufgenommen wurde, ſo iſt von hoher Landesregierung nach Reſcript vom 21. Auguſt 1860 ad Num. Reg. 27,094 genehmigt worden, daß für das dießjährige Programm Taubſtummenlehrer Jung die Abhandlung ſchreibe und als Thema derſelben eine Anleitung zur richtigen Behandlung der aus der Taubſtummenanſtalt entlaſſenen Zöglinge nehme. Beide Abhandlungen werden den Zweck, das Wohlergehen der Taubſtummen zu fördern und dazu anzuregen, nur dann erreichen, wenn für deren Beachtung durch Alle die es angeht Sorge getragen wird.

Indem ich dieß hier erwähne, kann ich nicht umhin, noch eine Sache zur Sprache zu bringen, die mit der Geſchichte der Anſtalt und mit der Wohlfahrt der Taubſtummen wohl ebenfalls im Zuſammenhang ſteht, nämlich die rechtzeitige Anmeldung taubſtummer Kinder. Seit der vorjährigen Frühlingsprüfung bis jetzt ſind für das nächſte Schuljahr im Ganzen nur drei taubſtumme ſchulpflichtige Kinder zur Aufnahme in die Anſtalt neu angemeldet und außer dieſen Anmeldungen nur noch von etwa zwölf der Herrn Schulinſpectoren die vorgeſchriebenen