16
andächtigem Gebete, in der Erhebung ihres Gemüthes zu ihrem himmliſchen Vater finden, wird ihnen die Beſchwerden ihres Dienſtes zaleichetn, Geduld und Ausdauepi zeiloihen d und füe Kärken gegen jede Verſuchung.— r 11 9i5 112 3 uIIAr
Ich kann nicht ſchließen, ohne noch einige Rathſchläge ertheilt zu haben für den Fall einer Krankheit, von welcher Taubſtumme betroffen werden möchten.— Iſt die Krankheit leichter, Art und ohne daß Gefahr zu beſorgen wäre, ſo wende man die gehörige Vorſicht und Schonung an, um das Leiden bald wieder zu heben; wenn dieſelbe jedoch einen bedenklichen Character annimmt, ſo verſäume man ja nicht, rechtzeitig ärztliche Hülfe herbeizuholen. Es wäre unverantwortlich, wenn Meiſterleute oder Dienſtherrſchaften durch Gleichgültigkeit oder Vernachläſſigung etwa lebens⸗ längliches Siechthum des ohnedies ſchon Unglücklichen verſchuldeten, oder wenn der arme Tauh⸗ ſtumme etwa durch Beſchädignng oder den Verluſt eines Gliedes, durch Schwächung, der Augen oder durch ein ſonſtiges bleibendes Leiden in die hülfsbedürftigſte Lage verſetzt würde. Aber es iſt noch nicht genug, daß für gehörige Behandlung und körperliche Pflege geſorgt wird, auch das geiſtige und xeligiöſe Bedürfniß des Leidenden muß in's Auge gefaßt werden und auch hier läßt ſich manche Erleichterung und vielfacher Troſt ſpenden. Man ſuche vor Allem dem Kranken Ver⸗ trauen auf den Arzt und pünktliche Ausführung ſeiner Vorſchriftungen und Anordnungen einzu⸗ reden; man verſcheuche die Langeweile, dieſe traurige Begleiterin in den meiſten Krankheiten, durch freundlichen Zuſpruchz man ermahne ihn zur Geduld und Ergebung in die göttliche Fügung; man rede ihm Muth⸗- und Hoffnungsloſigkeit aus, indem man ihn auf ähnliche Fälle hinweiſt, bei welchen vollſtändige Wiederherſtellung erfolgtez man komme ſeinem etwaigen eigenen Wunſche nach geiſtlicher Tröſtung mit größter Bereitwilligkeit entgegen, oder ſuche ihn zu beſtimmen, den Beſuch eines Seelſorgers anzunehmen. Je nach Umſtänden ſollte die Umgebung ſogax dafür ſorgen, daß der Kranke die erforderlichen letztwilligen Verfügungen treffe.
Möchten doch alle in Vorſtehendem niedergelegten Winke, Ermahnungen, Rathſchläge und Belehrungen eine recht freundliche Aufnahme und Beherzigung finden, ſo würde ſcherlich das Loos auch unſerer Taubſtummen in vielen Beziehungen ein glücklicheres!


