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damit ſie ihr Lebensziel erreichen können. Im feſten Vertrauen auf edelmüthige Unterſtützung, welche einer guten Sache noch niemals verſagt worden iſt, wende ich mich zunächſt
an Cltern, Lehrer, Geiſtliche und Handwerksmeiſter.
Wie die Eltern die erſten Lehrer und Erzieher ihrer Kinder ſind oder doch ſein ſollten, ſo ſollen ſie es auch während des ganzen ſpäteren Lebens derſelben ſein. Der mehrjährige Aufent⸗ halt der taubſtummen Kinder in der Taubſtummenanſtalt— fern vom elterlichen Hauſe— hat die innigen Beziehungen zwiſchen Eltern und Kindern nicht gelöſt, vielmehr geſtärkt; es wird daher nicht bezweifelt werden dürfen, daß der Einfluß, der ihnen nach der Entlaſſung ihrer Kinder auf dieſelben gebührt, im vollſten aße erhalten iſt, wenn ſie ihn nur gebrauchen wollen. Es ſteht als ſehr vereinzelt da, daß ſich Eltern während der Unterrichts⸗ und Erziehungsperiode ihrer Kinder gar nicht um deren Schickſal bekümmern; die größte Anzahl der Eltern befähigt ſich durch die öfteren Beſuche in der Anſtalt, wo ihnen mit Vergnügen geſtattet wird, dem Unterricht ihrer Kinder beizuwohnen, und wo ſie ſelbſt hören und ſehen können, wie die Lehrer mit denſelben um⸗ gehen, wie die Belehrungen, Ermahnungen, Warnungen ertheilt werden, dazu, in ahnlicher Weiſe auf ihre Kinder einzuwirken. Die öffentlichen Prüfungen, denen doch in der Regel die meiſten Eltern anwohnen, belehren ebenfalls über die Art und Weiſe, wie mit Taubſtummen zu reden iſt. Sage daher kein Vater, keine Mutter, ſie könnten nicht mit ihren Kindern verkehren, ſie verſtänden ſie nicht und würden nicht von ihnen verſtanden, oder die Kinder wollten ſie nicht verſtehen. Wenn der gute Wille und der wohlmeinende Ernſt nicht fehlt, ſo wird es ſchon gehen.
An meine Amtsbrüder, die Lehrer, und an die Herrn Geiſtlichen werde ich mich nicht erſt zu wenden haben mit der Bitte, ihrerſeits einzutreten, wo es an dem guten Willen oder an der Geſchicklichkeit der Eltern fehlt; ſie werden gern dem ſchwachen oder gar verirrten Schäflein nach⸗ gehen, ihm aufhelfen und es zurückführen auf die rechte Bahn, für ſeines Körpers und Geiſtes Nothdurft ſorgen oder ſorgen helfen.
Wie könnte ich aber verſäumen, mich noch ganz beſonders an diejenigen zu wenden, mit welchen die erwachſenen Taubſtummen hauptſächlich in Verbindung treten und von deren Behand⸗ lung und Leitung es abhängen wird, ob dieſelben zu brauchbaren und thätigen Arbeitern oder zu herumziehenden Müſſiggängern, ob ſie zu geſitteten und geachteten Mitgliedern der menſchlichen Geſellſchaft oder zu unnützen, vielleicht gar gefährlichen Taugenichtſen auferzogen werden. Es ſind dies die Handwerksmeiſter und Dienſtherrn, zu welchen die entlaſſenen Taubſtummen in die Lehre, in Arbeit oder in Dienſt treten. Sie haben jetzt Eltern⸗ und Lehrerſtelle an den Unglücklichen zu vertreten und mithin dieſelben Pflichten, welche Eltern und Lehrern obliegen. Doch da mir von dieſer Seite am erſten die Frage aufgeworfen werden dürfte: wie können wir uns denn mit den Taubſtummen verſtändigen? ſo will ich zuerſt reden rü zis—
über die Art und Weiſt, mit Taubſtummen zu verkehren.
Die Vorbemerkung, daß die meiſten Taubſtummen in der Taubſtummenzanſtalt deutlich uns vernehmlich ſ prechen lernen, ſollte in heutiger Zeit überflüffig ſein. Es wird jeder Lehrmeiſter und jede Dienſtherrſchaft bald finden, daß das gewöhnliche Mittel, ſich mitzutheilen, die Laut⸗ und Schriftſprache, auch v von den Taubſtummen angewandt wird. Es erlangt zwar nicht jeder Taub⸗
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